Im Vatikan kann wieder mit Karte bezahlt werden

Dienstag, 12. Februar 2013, 15:46 Uhr
 

Vatikanstadt (Reuters) - Touristen können Briefmarken und Andenken im Vatikan ab sofort wieder mit EC- oder Kreditkarte zahlen.

Vatikan-Sprecher Pater Federico Lombardi verkündete am Dienstag das Ende der Blockade von Kartenzahlungen durch die italienische Finanzaufsicht. Künftig werde der Schweizer Zahlungs-Abwickler Aduno für die elektronischen Zahlverfahren verantwortlich sein, hieß es. Anfang 2013 hatte die Banca d'Italia der Italien-Tochter der Deutschen Bank die Lizenz für die Abwicklung der bargeldlosen Zahlungen im Vatikanstaat entzogen. Grund: Der Vatikan erfülle nicht die Vorschriften gegen Geldwäsche. Aduno gehört schweizerischen Filial- und Regionalbanken, darunter der Raiffeisen-Gruppe, den Kantonalbanken und der Migros Bank.

Der Vatikan bemüht sich seit längerem, von seinem Ruf wegzukommen, es mit der finanziellen Transparenz nicht so genau zu nehmen. Vor 30 Jahren hatte der Vatikan Schlagzeilen gemacht, als der als "Bankier Gottes" bekannte Roberto Calvi erhängt unter einer Brücke in London aufgefunden wurde. 2012 hatte Moneyval, ein Ausschuss des Europarats, schwere Mängel bei der Bank des Vatikans festgestellt und sie zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen Geldwäsche und größerer Transparenz aufgefordert. Gleichwohl hatte sich der Vatikan verwundert von der Kreditkarten-Blockade gezeigt, habe doch der Heilige Stuhl die geforderten Kontrollen eingeführt.

Der Verkauf von Briefmarken, Andenken und Devotionalien sowie die Eintrittsgelder für die vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle gehören neben Spenden und Geldanlagen zu den wichtigsten Finanzquellen für den Heiligen Stuhl, den Sitz des Oberhaupts der katholischen Kirche. 2011 zahlten fünf Millionen Besucher der Museen 91,3 Millionen Euro.

 
Credit cards are pictured in a wallet in Washington, February 21, 2010. REUTERS/Stelios Varias (UNITED STATES - Tags: BUSINESS) - RTR2AOJQ