Bahrains Opposition - Toter am Jahrestag des Aufstands

Donnerstag, 14. Februar 2013, 16:07 Uhr
 

Dubai (Reuters) - Tödliche Gewalt am Jahrestag des Volksaufstands in Bahrain droht die gerade aufgenommenen Versöhnungsgespräche zwischen der Regierung und der Opposition zu belasten.

Deren Angaben zufolge wurde während Protesten am Donnerstag ein Jugendlicher von Sicherheitskräften erschossen. Der Schiit sei im Dorf Dija nahe der Hauptstadt Manama getötet worden, berichtete die Gruppe Wefak auf ihrer Internetseite. Dabei seien international geächtete Geschosse eingesetzt worden. Es gebe Dutzende Verletzte. Die Regierung bestätigte zwar einen Todesfall, erklärte jedoch, die Ursache sei noch unbekannt. Die Gespräche zwischen der überwiegend schiitischen Opposition und der von Sunniten beherrschten Regierung waren am Sonntag aufgenommenen worden. Es war das erste derartige Treffen seit Juli 2011.

Die Oppositionsgruppe stellte Bilder ins Internet, die nach ihren Angaben Opfer der Gewalt zeigten. Auch der Tote soll zu sehen sein. Das Militär sei in großer Zahl und mit gepanzerten Fahrzeugen in Stellung gegangen "um sich den friedlichen Demonstranten entgegenzustellen, die Freiheit und Demokratie fordern", hieß es. Augenzeugen zufolge hatten Jugendliche aus überwiegend schiitischen Dörfern am Morgen damit begonnen, Barrikaden auf den Zufahrtsstraßen nach Manama zu errichten. Bei den Zusammenstößen hätten sie Steine, Brandsätze und Stahlstangen eingesetzt. Die Sicherheitskräfte antworteten demnach mit Tränengas und schossen mit Schrot.

Im Februar 2011 begannen in Bahrain als Teil des Arabischen Frühlings Proteste gegen die Regierung, die jedoch niedergeschlagen wurden. Einer internationalen Untersuchungskommission zufolge kamen 35 Menschen ums Leben. Fünf von ihnen seien zu Tode gefoltert worden. Die Opposition spricht von mehr als 80 Toten. Sie geht bis heute fast täglich in kleinen Gruppen auf die Straße. Sie fordert Wahlen und die Umwandlung des Königreiches in eine konstitutionelle Monarchie. Bahrain ist ein enger US-Verbündeter. Hier ist die Fünfte Flotte stationiert.