400 Verletzte nach Meteoritenregen im Ural

Freitag, 15. Februar 2013, 13:18 Uhr
 

Jekatarinburg/Tscheljabinsk (Reuters) - Bei einem Meteoritenregen in Zentralrussland sind am Freitag nach offiziellen Angaben rund 400 Menschen verletzt worden.

Gesteinsbrocken fielen wie Feuerbälle auf die Erde, und die Druckwelle zerstörte Fensterscheiben, wie ein Reuters-Korrespondent in der Industriestadt Tscheljabinsk etwa 1500 Kilometer östlich von Moskau berichtete. Der Meteorit zischte über den Horizont und hinterließ eine lange weiße Rauchwolke, die sogar im 200 Kilometer entfernten Jekaterinburg zu sehen war. Das Katastrophenschutzministerium sprach von einem "Meteoritenregen in Form von Feuerbällen". Die meisten Verletzten seien durch umherfliegendes Glas getroffen worden. Die Stadtverwaltung von Tscheljabinsk rief die Bevölkerung auf, in den Häusern zu bleiben.

Nach Behördenangaben war gegen 9.20 Uhr ein Knall in rund 10.000 Meter Höhe zu hören. "Dann gab es einen Blitz, ich sah ein Rauchfahne am Himmel und spürte die Druckwelle, die Fensterscheiben eindrückte", sagte Andrej, der seine Freundin an einer Bushaltestelle in Tscheljabinsk verabschiedete. Alarmanlagen von Autos gingen los, und Mobiltelefone funktionierten nicht mehr richtig. "Ich war auf dem Weg zur Arbeit, und es war noch dunkel", sagte der 36-jährige Viktor Prokofjew aus Jekaterinburg. "Aber plötzlich war es taghell, und ich fühlte mich wie von Scheinwerfern geblendet."