Weidmann erwartet baldige Rückkehr zu Wachstum

Samstag, 16. Februar 2013, 16:05 Uhr
 

Moskau (Reuters) - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann erwartet nach der Schrumpfung der deutschen Wirtschaftsleistung im Schlussquartal 2012 eine baldige Rückkehr zum Wachstum.

"Für das erste Quartal gehen wir davon aus, dass wir eine deutliche Gegenbewegung sehen werden, zu dem deutlichen, aber nicht überraschenden BIP-Rückgang von 0,6 Prozent", sagte Weidmann am Samstag im Moskau nach einem Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs. Dabei erwarte er auch merkliche Lohnerhöhungen in nächster Zeit. Geholfen habe die Geldpolitik der Wirtschaftsentwicklung.

Länger werde es mit der Besserung der Entwicklung im gesamten Euro-Raum dauern. Allerdings deuteten auch hier die Stimmungsindikatoren nach oben. "Der Wendepunkt (der Negativentwicklung) im Euro-Raum wird aber erst später sein, nicht im ersten Quartal, wie bei uns, sondern vermutlich erst in der zweiten Jahreshälfte." Die Anpassungsprozesse in den Problemländern kämen dennoch gut voran. Abgeschlossen seien sie aber noch nicht. So werde das Wachstum vorerst niedrig bleiben. "Es handelt sich also hier um eine strukturelle Wachstumsschwäche und keine vorübergehende Nachfrageschwäche", unterstrich er.

Positiv vermerkte Weidmann, dass in der G20 Einigkeit bestehe, dass eine aktive Wechselkurspolitik zur Herbeiführung von Wettbewerbsvorteilen abgelehnt werde. Das unterstreiche die G20 klar. "Was mir allerdings Sorgen bereitet hat, ist die schleichende Politisierung der Notenbanken und das inzwischen offene Infragestellen ihrer Unabhängigkeit." Die Erwartungen an die Notenbanken drohten diese inzwischen zu überfordern.