Armenien wählt Präsidenten - Amtsinhaber Sargsjan Favorit

Montag, 18. Februar 2013, 09:05 Uhr
 

Eriwan (Reuters) - Überschattet vom Attentatsversuch auf einen Oppositionskandidaten haben am Montag die Präsidentenwahlen in Armenien begonnen.

Favorit ist Amtsinhaber Sersch Sargsjan, der Umfragen zufolge auf mehr als 60 Prozent der Wählerstimmen in der ehemaligen Sowjetrepublik kommt. Sargsjans Anhänger hoffen auf eine friedliche Wahl, die der Welt zeigt, dass sich der kleine Kaukasus-Staat nach unruhigen Jahren und Krieg auf einem Erholungspfad befindet. Bei dem Urnengang vor fünf Jahren wurden zehn Menschen bei Zusammenstößen getötet. Erste Ergebnisse werden nach dem Schluss der Wahllokale am Nachmittag erwartet.

An den Wahllokalen äußerten sich die nach und nach ankommenden Menschen besorgt über die politische Stabilität des Landes. "Sargsjan tritt für eine Verbesserung der Bildung ein, was eine Garantie für Armeniens Zukunft ist", sagte der Lehrer Artak Awetsjan. Weil aber keiner von Sargsjans chancenreichen Konkurrenten angetreten war, äußerten Beobachter schon im Vorfeld Zweifel am Ablauf der Wahl.

Zudem ließ der Angriff auf den Oppositionskandidaten Parujr Hajrikjan Angst vor Gewalt aufkommen. Hajrikjan wurde bei einer Schießerei am 31. Januar an der Schulter verletzt. Der Oppositionelle Andrias Ghukasjan befindet sich seit Beginn des Wahlkampfes aus Protest gegen die Kandidatur Sargsjans im Hungerstreik.

Armenien befindet sich immer noch im Streit mit dem Nachbarland Aserbaidschan über die armenische Enklave Nagorny Karabach, in den 1990er Jahren führten beide Länder Krieg deswegen. Die Spannungen in der Bergregion stellen immer noch eine Gefahr für den Frieden in der Region dar, durch die Öl- und Gas-Pipelines vom Kaspischen Meer nach Europa führen.

 
A woman casts her ballot at a polling station during the presidential election in Yerevan, February 18, 2013. REUTERS/David Mdzinarishvili