Hochrechnung: Armenischer Präsident wiedergewählt

Montag, 18. Februar 2013, 18:15 Uhr
 

Eriwan (Reuters) - Der armenische Präsident Sersch Sargsjan ist einer ersten Hochrechnung zufolge wiedergewählt worden.

Der am Montag nach Schließung der Wahllokale veröffentlichten Erhebung zufolge kann Sargsjan mit 58 Prozent der Stimmen rechnen. Auf seinen schärfsten Konkurrenten Raffi Howannisian entfallen demnach 32 Prozent. Allgemein war damit gerechnet worden, dass Sargsjan für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren gewählt werden würde. Beobachter erwarteten zudem keine faire Abstimmung in der früheren Sowjetrepublik im Kaukasus.

Wahlbeobachter hatten kritisch angemerkt, dass die Opposition keinen ernstzunehmenden Kandidaten aufgestellt hatte. Zudem ließ ein Anschlag auf den Kandidaten Parujr Hajrikjan Angst vor Gewalt aufkommen. Hajrikjan, ein Außenseiter bei der Wahl, wurde bei einer Schießerei am 31. Januar an der Schulter verletzt. Sargsjans Anhänger hatten auf einen friedlichen Verlauf der Wahl gehofft, um der Welt zu zeigen, dass sich die frühere Sowjet-Republik nach unruhigen Jahren und Krieg auf dem Weg der Erholung befindet. Bei der Abstimmung vor fünf Jahren wurden zehn Menschen bei Zusammenstößen getötet.

Etwa ein Drittel der 3,2 Millionen Armenier lebt unter der Armutsgrenze, das durchschnittliche Monatsgehalt liegt bei rund 300 Dollar. 2012 lag die Arbeitslosenquote bei 16 Prozent.

Zwischen Armenien und dem Nachbarland Aserbaidschan schwelt immer noch ein Streit über die von beiden Seiten beanspruchte Region Nagorny Karabach. Die Spannungen in der Bergregion stellen immer noch eine Gefahr für den Frieden in der Region dar, durch die Öl- und Gas-Pipelines vom Kaspischen Meer nach Europa führen.