Unbekannte entführen sieben Franzosen in Kamerun

Dienstag, 19. Februar 2013, 17:44 Uhr
 

Dakar/Athen (Reuters) - Im afrikanischen Kamerun haben Unbekannte sieben Franzosen entführt, darunter drei Kinder.

"Sie sind von einer terroristischen Gruppe verschleppt worden, die aus Nigeria stammt", sagte der französische Präsident Francois Hollande am Dienstag am Rande eines Staatsbesuchs in Athen. Die Tat im Norden des Landes trage die Handschrift der Islamisten-Gruppe Boko Haram. Der Hörfunksender Radio France International berichtete, bewaffnete Männer auf Motorrädern hätten die Franzosen frühmorgens aus einem Dorf in der von westlichen Urlaubern frequentierten Region entführt und seien in Richtung der zehn Kilometer entfernten nigerianischen Grenze gefahren. Es ist das erste Mal, dass Ausländer im Norden Kameruns verschleppt wurden.

Islamistische Gruppen in der Region haben seit der Intervention der französischen Armee in Mali Angriffe auf westliche Staatsbürger gestartet. In Nigeria wurden vor wenigen Tagen sieben Ausländer entführt. Die nigerianische Islamisten-Gruppe Ansaru hatte erklärt, sie habe vier libanesische und drei europäische Beschäftigte einer Baufirma aus dem Libanon in ihrer Gewalt. Als Grund nannte sie den Einsatz europäischer Staaten gegen Islamisten im westafrikanischen Mali und in Afghanistan. Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Entführungen besteht, war zunächst nicht klar.

Schon früher wurden acht Franzosen von einer Al-Kaida nahestehenden Gruppe verschleppt. Sie sollen irgendwo in der Sahel-Zone gefangen gehalten werden. "Frankreich ist in Mali und wird dort bleiben, bis sein Auftrag erfüllt ist", versicherte Hollande. Im Westen wird befürchtet, dass sich die radikalen Islamisten in Nigeria mit anderen Islamistischen Gruppierungen in der Region zusammentun könnten. Das Land ist der größte Ölexporteur Afrikas.