USA wollen gegen Wirtschaftsspionage aus China vorgehen

Donnerstag, 21. Februar 2013, 17:31 Uhr
 

Washington (Reuters) - Die USA wollen schärfer gegen Industriespionage aus China vorgehen.

Die Regierung kündigte am Mittwoch an, den diplomatischen Druck zu erhöhen. Zudem prüft sie Gesetzesänderungen, um Hackerangriffe besser ahnden zu können. Gemeinsam mit Verbündeten soll auch die Handelspolitik genutzt werden, um Unternehmen vor Spionage zu schützen. Justizminister Eric Holder sagte, ein Hacker könne von China aus Daten einer US-Softwarefirma stehlen, ohne jemals seinen Schreibtisch verlassen zu müssen.

In einem Bericht der Regierung wird zwar die chinesische Staatsführung nicht ausdrücklich verantwortlich gemacht. Viele sehen die Volksrepublik aber als die größte Bedrohung. Eine in dieser Woche veröffentlichte Studie einer US-Sicherheitsfirma kam zu dem Ergebnis, dass das chinesische Militär für viele Angriffe auf Unternehmen in Amerika verantwortlich ist. Außenstaatssekretär Robert Hormats sagte, die USA hätten das Problem der Wirtschaftsspionage wiederholt an höchster Stelle in China angesprochen und würden dies auch weiter tun.

In der Regierungsstudie wurden 17 Fälle aufgeführt, in denen chinesische Firmen oder Personen Daten von US-Unternehmen stahlen. Als Opfer werden etwa General Motors, Ford, DuPont und Boeing genannt. Im schlimmsten Falle sind bei einem Angriff die Forschungsanstrengungen von Unternehmen vergeblich.

Die meisten aufgeführten Spionageangriffe kamen aber nicht aus dem Internet, sondern von Angestellten der betroffenen Firmen. Die Regierung bekräftigte ihre Forderung, die Höchststrafe für Wirtschaftsspionage auf mindestens 20 Jahre Haft zu erhöhen. Bislang sind 15 Jahre möglich.

Sicherheits- und Geheimdienstexperten lobten die Initiative der Regierung, fordern aber weitere Schritte. Der frühere CIA-Chef Michael Hayden sagte, Unternehmen würden von einem Staat angegriffen. Eine Lösung des Problems sei noch weit entfernt.