Britischer Kardinal gibt nach Vorwürfen auf - Nicht zum Konklave

Montag, 25. Februar 2013, 15:23 Uhr
 

London/Rom (Reuters) - Der ranghöchste Katholik in Großbritannien hat nach Vorwürfen des unpassenden Verhaltens sein Amt aufgegeben und wird nicht an dem Konklave zur Wahl des neuen Papstes teilnehmen.

Kardinal Keith O'Brien, Erzbischof von St. Andrews und Edinburgh, kündigte am Montag seinen Rücktritt an und verwies dabei auf seine Gesundheit. Er habe bereits vor Monaten anlässlich seines 75. Geburtstags ein entsprechendes Gesuch bei Papst Benedikt XVI. eingereicht, schrieb er. Er werde dem Konklave fernbleiben, da sich die Medien auf die Papstwahl und nicht ihn konzentrieren sollten. Auf die jüngsten Vorwürfe ging O'Brien nicht ein.

O'Brien ist für seine direkte Wortwahl und seinen Widerstand gegen die Homo-Ehe bekannt. Britischen Medien zufolge sollen beim Vatikan gegen ihn Beschwerden von vier Priestern über "unangebrachte Handlungen" eingegangen sein. Die Vorfälle sollen sich demnach über einen Zeitraum von 30 Jahren erstrecken. O'Brien hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Er behält nach seinem Rücktritt den Kardinalstitel, gibt seinen Erzbischofssitz in Schottland jedoch auf. Sein Verzicht auf die Teilnahme an dem Konklave bedeutet, dass Großbritannien jetzt bei der Wahl des neuen Papstes nicht vertreten sein wird.

Der Papst selbst tritt am 28. Februar aus Gesundheitsgründen zurück. Am Montag änderte er das Kirchenrecht, damit das Konklave zur Wahl seines Nachfolgers früher stattfinden kann. Bislang musste 15 Tage gewartet werden. Zudem gab der Vatikan bekannt, dass der Bericht über den sogenannten Vatileaks-Skandal nicht veröffentlicht wird. Nur der nächste Papst werde Einblick erhalten, hieß es. Der Kammerdiener von Benedikt hatte Dokumente kopiert und an Journalisten weitergegeben. Einige italienische Medien haben die Veröffentlichung verlangt.