Raul Castro kündigt Rücktritt 2018 an- Ende der Dynastie

Montag, 25. Februar 2013, 15:25 Uhr
 

Havanna (Reuters) - Die kubanische Führung hat das Ende der Castro-Dynastie eingeläutet.

Staatschef Raul Castro kündigte für 2018 seinen Rückzug an, kurz nachdem das Parlament ihn für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt hatte. Der 81-Jährige hat Kuba zusammen mit seinem Bruder Fidel seit der Machtübernahme 1959 regiert. Die Nationalversammlung ernannte am Sonntag zudem den 52-jährigen Miguel Diaz-Canel zum Ersten Vize-Präsidenten. Damit gilt das Politbüro-Mitglied als aussichtsreichster Nachfolger der Castros. Exil-Kubaner in den USA zeigten sich in ersten Reaktionen wenig überrascht von Rauls Ankündigung.

"Dies wird meine letzte Amtszeit sein", sagte Raul Castro in Havanna am Sonntag. Er übernahm die Regierung des Inselstaates formell 2008, nachdem Fidel wegen einer schweren Erkrankung das Amt aufgegeben hatte. Raul hat wiederholt erklärt, der Staatschef solle höchstens für zwei Amtszeiten von je fünf Jahren an der Macht bleiben. Fidel ist inzwischen formell nur noch Abgeordneter des Parlaments. Er nahm am Sonntag an der Sitzung teil, einer seiner seltenen öffentlichen Auftritte in jüngster Zeit. Anfang des Monats war der 86-Jährige bei der Wahl der Nationalversammlung zum ersten Mal seit 2010 länger in der Öffentlichkeit zu sehen.

EXIL-KUBANER: "KEINE SENSATION"

"Das ist keine Sensation", sagte der führende Exil-Kubaner Alfredo Duran in Florida. "Ich habe mir nicht wirklich Sorgen gemacht, dass er noch 2018 dabei ist." Eine wirkliche Nachricht wäre ein Rücktritt Raul Castros sowie eine Ankündigung von demokratischen Wahlen gewesen, sagte er. Duran gehört zu den gemäßigten Exil-Kubanern in den USA und fordert ein Ende des Embargos gegen die Insel.

Das kubanische Parlament kommt jedes Jahr nur für wenige Wochen zusammen. Dazwischen werden seine Befugnisse vom 31-köpfigen Staatsrat übernommen. Beobachter verfolgten am Sonntag mit Spannung, ob dort mehr jüngere Politiker einziehen. Die Ernennung von Diaz-Canel zum Ersten Vize-Präsidenten ging in diese Richtung. Zu den neuen Mitgliedern gehört auch die 48-jährige Mercedes Lopez Acea. Raul Castro hatte 2011 beklagt, dass zu wenig junge Leute in Führungspositionen seien. Am Sonntag lobte er die Zusammensetzung des Staatsrats: Von den 31 Mitgliedern seien knapp 42 Prozent Frauen, etwa 39 Prozent Schwarz oder teilweise Schwarz, das Durchschnittsalter betrage 57 Jahre und etwas mehr als 61 Prozent seien nach der Revolution geboren worden.

- von Marc Frank