Pferdefleisch in Ikea-Hackfleischbällchen nachgewiesen

Montag, 25. Februar 2013, 17:37 Uhr
 

Prag/Stockholm (Reuters) - Der europäische Pferdefleischskandal hat die weltgrößte Möbelhauskette Ikea erfasst.

Die tschechische Lebensmittel-Aufsicht teilte am Montag mit, in Hackbällchen (Schwedisch: Köttbullar) sei entsprechendes Fleisch gefunden worden. Die Klopse seien in Schweden hergestellt worden. Ikea sprach von 13 betroffenen Staaten in Europa, zu denen Deutschland aber nicht gehört. Das Hackfleischgericht sei in diesen Ländern aus dem Angebot genommen worden.

Ikea verkauft etwa in seinen Möbelhausrestaurants die Fleischbällchen-Gerichte. Zudem hat die Kette ihren Verkaufsschlager auch als Tiefkühlkost im Angebot, die zuhause zubereitet werden kann. Den Angaben des Unternehmens zufolge wurde die betroffene Charge nach Tschechien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Portugal, Spanien, Belgien, Griechenland, Zypern, Ungarn, in die Niederlande und die Slowakei geliefert. Ikeas Fleischbällchen werden von der Firma Familjen Dafgard hergestellt. Das schwedische Unternehmen erklärte auf seiner Website, die Lage werde geprüft. Die Ergebnisse weiterer Tests würden in den kommenden Tagen erwartet.

Pferdefleisch wurde erstmals Mitte Januar in Rindfleischprodukten in Irland entdeckt. Inzwischen sind zahlreiche europäische Länder betroffen. Die Kontrollen wurden auf einen Beschluss der EU-Staaten hin in allen Staaten vorgenommen. Die EU-Kommission hat außerdem angekündigt, im Herbst Vorschläge für eine Verschärfung der Kennzeichnungspflicht bei Lebensmitteln vorzulegen. Darüber berieten am Montag in Brüssel die EU-Agrarminister. Bisher ist eine Herkunftsbezeichnung nur für Frischfleisch vorgeschrieben. Sie soll nun auf verarbeitete Fleischwaren ausgeweitet werden. Bundesagrarministerin Ilse Aigner forderte, die Arbeit zu beschleunigen und schon im Sommer Vorschläge zu machen. "Für mich ist klar, dass die Kennzeichnung für alle Fleischarten gelten und das Land der Aufzucht auf der Verpackung stehen muss", sagte Aigner.