Syrische Opposition will um militärische Hilfe bitten

Donnerstag, 28. Februar 2013, 08:20 Uhr
 

Amman/Rom (Reuters) - Die syrische Opposition will im Kampf gegen Präsident Baschar al-Assad bei der Konferenz der Freunde Syriens am Donnerstag in Rom auch um militärische Hilfe bitten.

"Wir versprechen uns politische, humanitäre und militärische Unterstützung", sagte Riad Seif, Vizepräsident der Syrischen Nationalen Koalition am Mittwoch im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Wie genau er sich die militärische Hilfe vorstelle, wollte Seif nicht sagen. Es werde "Sondertreffen" geben, um das Thema zu erörtern.

Die Bereitschaft, die syrische Opposition mit wesentlich mehr direkter Hilfe zu unterstützen, ist zuletzt gestiegen. Nachdem die EU-Botschafter am Montag in Brüssel formell beschlossen hatten, mehr zivile Güter und defensive Ausrüstung zu liefern, will auch die US-Regierung den Rebellen stärker beistehen. Der neue US-Außenminister John Kerry erklärte am Mittwoch in Paris, dass die Opposition mehr Hilfe benötige. Details nannte er nicht. Eine mit den Überlegungen vertraute Person sagte, die USA wollten Nahrungsmittel und Medikamente zur Verfügung stellen. Es gebe jedoch weiter Vorbehalte gegen Waffenlieferungen. Kugelsichere Westen, gepanzerte Fahrzeuge oder militärisches Training sollten nicht bereitgestellt werden.

Am Donnerstag findet in Rom eine Konferenz der Freunde Syriens statt, zu der die wichtigsten westlichen Staaten gehören. An der Konferenz werden auch Vertreter der syrischen Opposition teilnehmen. Kerry hatte angekündigt, dass auf der Konferenz Entscheidungen über die nächsten Schritte im Syrien-Konflikt fallen sollen. In dem Konflikt wurden nach UN-Schätzungen bislang bis zu 70.000 Menschen getötet.

 
French Foreign Affairs Minister Laurent Fabius (C), Syrian Opposition Coalition vice-president Riad Seif (L) and member Suheir Atassi (R) attend a news conference during the international meeting to support the Syrian National Council in Paris, January 28, 2013. REUTERS/Stringer