TV: Französische Truppen töten Al-Kaida-Kommandeur in Mali

Donnerstag, 28. Februar 2013, 17:21 Uhr
 

Algiers (Reuters) - Französische Soldaten haben einem Fernsehbericht zufolge in Mali einen besonders berüchtigten Al-Kaida-Kommandeur im Kampf getötet.

Abdelhamid Abu Zeid sei bereits vor drei Tagen bei Gefechten in der nordmalischen Region Tigargara erschossen worden, berichtete der algerische Fernsehsender Ennahar am Donnerstag. Bei den Kämpfen seien auch 40 weitere Islamisten getötet worden. Ein Sprecher des französischen Verteidigungsministeriums lehnte eine Stellungnahme ab.

Abu Zeid war einer der führenden Kommandeure des Al-Kaida-Ablegers in Nordafrika. Die Gruppe hat in den vergangenen Jahren Millionen von Dollar mit der Entführung westlicher Geiseln eingenommen. Abu Zeid genoß dabei den Ruf als ein besonders skrupelloser Islamist. So soll er 2009 einen britischen Staatsbürger und 2010 einen 78-jährigen Franzosen eigenhändig getötet haben. Nach den Schilderungen eines entführten kanadischen Diplomaten verweigerte Abu Zeid zudem zwei an Durchfall erkrankten Geiseln die Medikamente.

Frankreich hatte im Januar in Mali auf Bitten der Übergangsregierung einen Feldzug gegen die Islamisten gestartet, die den Norden des afrikanischen Landes in ihre Gewalt gebracht hatten. Nach dem militärischen Eingreifen der ehemaligen Kolonialmacht wurden die Al-Kaida-Kämpfer und ihre Anhänger aus mehreren Städten vertrieben. In New York kündigte der französische UN-Botschafter Gerard Araud derweil an, der Sicherheitsrat werde UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bitten, bis Ende März die Einrichtung einer Friedenstruppe für Mali auszuloten.