Polizei schließt Fremdeinwirkung bei Beresowski-Tod nicht aus

Donnerstag, 28. März 2013, 13:10 Uhr
 

Windsor (Reuters) - Die britische Polizei schließt eine Fremdeinwirkung beim Tod des russischen Oligarchen Boris Beresowski nicht aus.

Der 67-Jährige sei mit einer Schlinge um den Hals auf dem Boden des Badezimmers gefunden worden, sagte Kriminalkommissar Mark Bissell am Donnerstag zum Auftakt der Untersuchung zum Tode des Kreml-Kritikers. Ein Stück ähnlichen Materials wie die Schlinge habe an der Duschhalterung gehangen. Auf die Frage, ob Dritte in den Todesfall verwickelt sein könnten, erklärte Bissell: "Das ist nicht vollständig auszuschließen." Zum derzeitigen Zeitpunkt deute allerdings nichts auf eine Fremdeinwirkung hin. Die Untersuchung wurde daraufhin vertagt.

Beresowksis Leiche war am Samstag in seinem Anwesen in Ascot entdeckt worden. Die Polizei erklärte damals, es gebe keine Zeichen für einen Kampf. Die Umstände deuteten auf einen Tod des 67-Jährigen durch Erhängen hin. Eine Vergiftung mit radioaktiven Substanzen wie 2006 beim Ex-Spion und Beresowski-Vertrauten Alexander Litwinenko schlossen die Ermittler aus. Beresowski lebte in Großbritannien im Exil. Von dort entwickelte er sich zu einem scharfen Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin, dem er einst zum Aufstieg an die Staatspitze verholfen hatte.