Papst mahnt in Osteransprache Ende des Koreakonflikts an

Sonntag, 31. März 2013, 13:31 Uhr
 

Rom (Reuters) - Papst Franziskus hat in seiner ersten Osteransprache zu Frieden in der Welt aufgerufen.

Vor allem der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel solle diplomatisch gelöst werden, mahnte Franziskus am Ostersonntag bei dem traditionellen Segen "Urbi et Orbi" - der Stadt und dem Erdkreis - vor etwa 250.000 Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. "Frieden in Asien: Mögen vor allem die Differenzen auf der koreanischen Halbinsel überwunden werden und ein neuer Geist der Versöhnung wachsen." Das kommunistisch regierte Nordkorea hatte am Samstag im Konflikt mit seinem südlichen Nachbarn den Kriegszustand erklärt. Franziskus mahnte aber auch Frieden zwischen Israelis und Palästinensern, ein Ende des Bürgerkrieges in Syrien und Lösungen für verschiedene Konflikte in Afrika an.

Für Papst Franziskus war es das erste Osterfest als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Der aus Argentinien stammende Franziskus ist seit dem 13. März im Amt und der erste nicht-europäische Papst seit fast 1300 Jahren. Wie schon bei zahlreichen öffentlichen Auftritten zuvor wurde der Unterschied zu seinem Vorgänger Benedikt XVI. deutlich. So verzichtete der neue Pontifex auf eine aufwendige Robe und trug eine schlichte weiße Soutane.

"Es ist ein neuer Papst und ein neuer Anfang", sagte die 67-jährige Tina Hughes, die mit ihrer Familie aus Nottingham in England nach Rom gereist war, um den neuen Papst zu sehen. "Er hat etwas Besonderes, er spricht die Menschen an." Mit seinem Papst-Namen Franziskus knüpft Jorge Bergoglio an den Heiligen Franz von Assisi an, der im 13. Jahrhundert Armut und Bescheidenheit vorlebte. So wohnt Franziskus beispielsweise immer noch im Gästehaus des Vatikans anstatt in die päpstliche Wohnung umzuziehen.

Während der Osterfestlichkeiten führte Franziskus zudem einige Neuerungen ein. So wusch er an Gründonnerstag als erster Papst den Insassen eines Jugendgefängnisses die Füße, darunter zwei Frauen. Die traditionelle Zeremonie war zuvor Männern vorbehalten gewesen. Unter den zwölf Menschen waren auch zwei Muslime.

- von Philip Pullella

 
Pope Francis leads the Easter mass in St. Peter's Square at the Vatican March 31, 2013. REUTERS/Alessandro Bianchi