Polizei verhindert Anschlag auf Reisezug in Kanada

Dienstag, 23. April 2013, 14:20 Uhr
 

Toronto (Reuters) - Die kanadische Polizei hat nach eigenen Angaben einen Anschlag auf einen Personenzug vereitelt.

Die Ermittler nahmen zwei Männer unter dem Vorwurf fest, sie hätten einen Reisezug zur Entgleisung bringen wollen. Der Angriff habe im Großraum Toronto stattfinden sollen, erklärte die Polizei am Montag. Offenbar habe die radikal-islamische Al-Kaida vom Iran aus den Plan unterstützt. Hinweise auf eine Verwicklung der Regierung in Teheran gebe es aber nicht, auch gebe es keinen Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Boston-Marathon in der vergangenen Woche.

"Wenn dieser Anschlag ausgeführt worden wäre, wären unschuldige Menschen getötet oder schwer verletzt worden", sagte James Malizia von der kanadischen Polizei. Es handle sich um den ersten von Al-Kaida unterstützten und bekannt gewordenen Anschlagsplan in Kanada gewesen. Die Verdächtigen seien 30 und 35 Jahre alt und stammten aus Montreal und Toronto. Sie seien keine kanadischen Staatsbürger. Ein Hinweis aus der muslimischen Gemeinde habe die seit einem Jahr andauernden Ermittlungen vorangebracht. Der 30-jährige sei in der Nähe von Montreal an einem Wissenschaftsinstitut als Doktorand eingeschrieben gewesen. Ermittlerkreisen zufolge ist einer der beiden Tunesier.

Die Festgenommenen hätten zwar "die Fähigkeit und den Vorsatz" gehabt, den Anschlag auszuführen, betonte die kanadische Polizei. Allerdings habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung oder den Zugverkehr bestanden. Die Festnahmen zeigten, dass der Extremismus für Kanada weiterhin ein ernste Gefahr darstelle, sagte Kanadas Minister für öffentliche Sicherheit, Vic Toews, in Ottawa.

Die beiden Männer hätten "Unterstützung von Al-Kaida-Elementen im Iran erhalten", erläuterte ein Polizeisprecher in Toronto. In US-Regierungskreisen hieß es, vor allem in der iranischen Stadt Sahedan an der Grenze zu Afghanistan und Pakistan seien Al-Kaida-Kräfte aktiv. Diese Zellen arbeiteten aber nicht unter dem Schutz der Regierung, die die sunnitischen Al-Kaida-Extremisten ablehne.

Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte, die kanadische Regierung "belästige" den Iran. Der Iran sei gegen jede Gewalt. Die Ansichten von Al-Kaida seien in keiner Weise vereinbar mit denen der Islamischen Republik. Kanada hatte im vergangenen Jahr die diplomatischen Beziehungen zum Iran unter anderem wegen dessen Atomprogramms abgebrochen.

In Spanien nahm die Polizei am Dienstag ebenfalls zwei Verdächtige fest, die mit Al-Kaida in Verbindung stehen sollen. Die beiden Männer stammten aus Algerien und Marokko, wie die Regierung in Madrid mitteilte. Die Verdächtigen seien in Zusammenarbeit mit französischen und marokkanischen Behörden in den Provinzen Zaragoza und Murcia aufgespürt worden.

 
RCMP Chief Superintendent Gaeten Courchesne (L) speaks during a news conference as Assistant Commissioner James Malizia (R) looks on in Toronto, Ontario, April 22, 2013. Canadian police said on Monday they had arrested and charged two men with an "al Qaeda-supported" plot to derail a VIA passenger train. The RCMP said it had arrested Chiheb Esseghaier, 30, of Montreal, and Raed Jaser, 35, of Toronto in connection with the plot, which authorities said was not linked to the Boston Marathon bombings, but likely had connections to al-Qaeda. REUTERS/Aaron Harris (CANADA - Tags: CRIME LAW TRANSPORT CIVIL UNREST) - RTXYW83