Balkan-Staaten vereinbaren gemeinsame Großschutzgebiete

Freitag, 30. Mai 2008, 07:05 Uhr
 

Bonn (Reuters) - Sechs teilweise über Jahre hinweg verfeindete Balkan-Staaten haben sich bei der Bonner UN-Artenschutzkonferenz auf die Ausweisung gemeinsamer großflächiger Naturschutzgebiete verständigt.

Die Regierungen Albaniens, Bosniens, Kroatiens, Montenegros, Serbiens und Sloweniens kündigten am Donnerstag die Schaffung von insgesamt 13 Großschutzgebieten an. In ihnen soll in ihren Beständen bedrohten Tierarten wie Kaiseradler, Wolf, Luchs, Goldschakal und Braunbären ein Überleben ermöglicht werden. Die künftigen Naturschutzgebiete umfassen große und noch weitgehend ungestörte Laubwald- und Feuchtgebiete.

Das Netz der neuen Naturschutzgebiete soll eine Lücke im europäischen Schutzgebiets-Verbund schließen, der Naturräume in einer Ausbreitung von Frankreich bis Griechenland erhalten soll.

Der Vereinbarung zufolge erweitert Albanien seine Schutzgebiete auf rund 40.000 Hektar, Bosnien schafft drei neue Großschutzgebiete in den Bergen. Kroatien sagte zu, den Schutz seiner Meeres-Schutzgebiete zu verstärken. Die anderen Staaten schaffen ebenfalls neue Schutzgebiete, teilweise über die jeweiligen Staatsgrenzen hinweg.

Die UN-Konferenz in Bonn will die Staatengemeinschaft auf gemeinsame Schritte zur Bewahrung der biologischen Vielfalt verpflichten. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen sterben auf er Erde im Schnitt drei Tier- oder Pflanzenarten pro Stunde aus.