Bombenserie erschüttert Ferienorte in Spanien - ETA beschuldigt

Sonntag, 20. Juli 2008, 16:44 Uhr
 

Madrid (Reuters) - Mitten in der Urlaubs-Hochsaison hat eine Serie von Bombenexplosionen zwei Ferienorte an der spanischen Atlantikküste erschüttert.

Die Anschläge gingen offenbar auf das Konto der baskischen Untergrundorganisation ETA. Ein anonymer Anrufer habe im Namen der ETA vor Zündung der Sprengsätze die Behörden gewarnt, teilte ein Vertreter der Rettungskräfte am Sonntag mit. Zu Schaden kam nach offiziellen Angaben daher niemand. Die Anschlagsgebiete konnten rechtzeitig geräumt und abgeriegelt werden.

Zwei Sprengsätze detonierten auf der Promenade des Küstenorts Laredo in Kantabrien, einem der beliebtesten Ziele im Norden Spaniens. Die Explosion ließ zahlreiche Fensterscheiben bersten. Eine 25 Meter Rauchsäule stieg über der Promenade hoch. Die Urlauber seien 45 Minuten vorher vom Strand in Sicherheit gebracht worden und hätten Zuflucht in Bars und Cafes gesucht, sagte ein Regierungssprecher. Zum Schutz hätten die Geschäfte ihre Rolläden herunter gezogen.

Die beiden anderen Sprengsätze explodierten in dem Ort Noja, etwa 19 Kilometer entfernt von Laredo. Weder die Bombe in den Dünen des Strandes noch die auf einem Golfplatz richtete aber größere Schäden an. Auch hier konnten die Menschen rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.

Die ETA hat in ihrem jahrzehntelangen Kampf für ein von Spanien und Frankreich unabhängiges Baskenland mehr als 800 Menschen getötet. Zuletzt schien sie durch eine Reihe von Festnahmen geschwächt.