Russische Kampfjets flogen vor Rice-Besuch über Georgien
Tiflis (Reuters) - Russische Kampfflugzeuge sind vor dem Georgien-Besuch von US-Außenministerin Condoleezza Rice in den Luftraum des Nachbarlandes eingedrungen.
Das russische Außenministerium erklärte am Donnerstag, man habe einen Angriff der georgischen Armee auf die abtrünnige Provinz Südossetien befürchtet. "Eindringliche und aktive Maßnahmen waren notwendig, um Blutvergießen zu verhindern und die Situation in friedliche Bahnen zu lenken." Der Zwischenfall habe sich in dieser Woche ereignet.
Rice rief Russland auf, zur Beilegung der Spannungen um Südossetien und die ebenfalls abtrünnige georgische Region Abchasien beizutragen. Russland müsse Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sein, sagte sie bei einem Besuch in Tiflis nach einem Gespräch mit Präsident Michail Saakaschwili. Zugleich forderte sie, die internationalen Vermittlungsbemühungen in den Konflikten um die georgischen Grenzregionen müssten auf eine höhere Ebene gebracht werden.
Saakaschwili bezeichnete das Eindringen russischer Kampfjets in den georgischen Luftraum als "sehr besorgniserregende Entwicklung." Das russische Außenministerium verteidigte die Aktion, da sich dadurch die "aufgeheizten Köpfe in Tiflis wieder beruhigt" hätten und eine militärische Eskalation verhindert worden sei. Mit der Erklärung räumte Russland zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren ein, dass Kampfflugzeuge die georgische Lufthoheit verletzt haben.
Georgien verdächtigt Russland, Abchasien und Südossetien annektieren zu wollen. Russland wiederum wirft Georgien Bestrebungen vor, sich die Gebiete gewaltsam wieder eineignen zu wollen. Die latenten Spannungen haben sich verschärft, seit Russland im April den Ausbau seiner Beziehungen zu den nach Unabhängigkeit strebenden Regionen angekündigte. Zuletzt wurden am Sonntag bei einer Bombenexplosion in Abchasien vier Menschen getötet. In Südossetien gab es vergangene Woche bei Gefechten zwischen Rebellen und georgischen Truppen zwei Tote.
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