Merkel trifft Brasiliens Staatspräsident - Kritik aus Venezuela

Mittwoch, 14. Mai 2008, 10:12 Uhr
 

Brasilia/Caracas (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zu Beginn ihrer Lateinamerika-Reise in der Nacht zum Mittwoch in Brasilien eingetroffen.

Im Laufe des Tages trifft sie Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva. Im Mittelpunkt steht die Unterzeichung eines Energieabkommens zwischen Deutschland und Brasilien, bei dem es vor allem um die Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien geht. Die Bundesregierung will Brasilien drängen, bei der Erzeugung von Biokraftstoffen den Umweltschutz stärker zu beachten. Merkel nimmt im Laufe ihrer bisher längsten Auslandsreise am EU-Lateinamerika-Gipfel in Peru teil und besucht zudem Kolumbien und Mexiko.

Unterdessen hat die Regierung Venezuelas nach den Angriffen von Präsident Hugo Chavez Merkel erneut kritisiert. Sie gefährde die deutsch-venezolanischen Beziehungen, erklärte das Außenministerium am Dienstag.

Merkel hatte in der vergangenen Woche im Vorfeld ihrer Reise nach Lateinamerika erklärt, der linkspopulistische Chavez spreche nicht für den gesamten Kontinent. Ein Land allein könne die Beziehungen zwischen den beiden Regionen nicht beeinträchtigen. Chavez bezeichnete die konservative Regierungschefin daraufhin als politische Nachfahrin Adolf Hitlers. Auch Chavez nimmt am EU-Lateinamerika-Gipfel von Donnerstag bis Samstag in Lima teil. Chavez versteht sich als Leitfigur der Linken in Lateinamerika und ist einer der schärfsten Kapitalismus- und Globalisierungskritiker.