China verstärkt in Bebengebieten Suche nach Überlebenden

Mittwoch, 14. Mai 2008, 11:31 Uhr
 

Mianyang (Reuters) - China hat im Westen des Landes die Suche nach Überlebenden des schweren Erdbebens beschleunigt.

Am Mittwoch waren 50.000 Soldaten im Einsatz, die in der Provinz Sichuan in den Trümmern von Wohnhäusern, Schulen und Krankenhäusern nach Lebenszeichen fahndeten. Die Zahl der Toten des Erdbebens, das am Montag mit einer Stärke von 7,9 ganze Landstriche zerstört hatte, stieg mittlerweile auf über 13.000. Es ist mit weiteren Toten zu rechnen, da nach Berichten staatlicher Medien allein in der ländlichen Region Mianyang 19.000 Menschen verschüttet waren.

Ministerpräsident Wen Jiabao, der in Sichuan die staatlichen Rettungsarbeiten leitete, rief die Suchtrupps erneut zu den größten Anstrengungen auf. "Die Rettung von Menschenleben ist die wichtigste Aufgabe", sagte Wen. "Ihr Schmerz ist unser Schmerz", versicherte der Regierungschef Überlebenden des Bebens bei einem Besuch in der besonders hart getroffenen Region Beichuan. Auf Fernsehbilder war Wen von Bewohnern umgeben, die zum Teil blutige Köpfe hatten und sich Tränen aus den Augen wischten.

Im Kreis Beichuan wurden nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua dringend 50.000 Zelte, 200.000 Decken und 300.000 Jacken benötigt. Auch fehle es an Trinkwasser und Medizin. "Beichuan gibt es nicht mehr. Da ist kein Stein auf dem anderen geblieben", beschrieb ein Händler die Lage in der Region. An die 10.000 Überlebende fanden auf einem Sportplatz in der Stadt Mianyang eine Notunterkunft. "Sie haben nicht gesagt, wie es weitergehen wird. Wir wissen nicht, ob und wann wir nach Hause können", sagte eine Frau aus einem Dorf in Beichuan, das nach ihrer Aussage zerstört wurde.

Die Bundesregierung bot China Hilfe an. Sie stellte dem Roten Kreuz als Soforthilfe 500.000 Euro zur Verfügung, wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte. Die USA gaben 500.000 Dollar.

 
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