Irak kommt Milizen entgegen - Soldaten desertieren
Bagdad (Reuters) - Nach ihrer gescheiterten Offensive hat die irakische Regierung den radikalen Schiiten-Milizen Entgegenkommen signalisiert.
Die Kämpfer des Extremisten Moktada al-Sadr blieben auf freiem Fuß und würden begnadigt, wenn sie ihre Waffen niederlegten, erklärte Ministerpräsident Nuri al-Maliki unmittelbar vor den Freitagsgebeten. Die angespannte Lage im Süden gehört zu den kritischsten Punkten des nächsten Fortschrittsberichts, den der US-Oberbefehlshaber im Irak, David Petraeus, am Dienstag dem US-Kongress vorlegen muss.
Die Regierung wolle allen Reumütigen Gelegenheit geben, ihre Waffen abzugeben, sagte Maliki. Sadr hat seine Anhänger bislang angehalten, die Aufforderungen zu ignorieren. Nach den Freitagsgebeten wollten seine Anhänger mit Sitzstreiks gegen anhaltende Angriffe, Festnahmen und Fahrverbote protestieren. Für Mittwoch hat Sadr zu einer Massendemonstration gegen die USA aufgerufen, die zu einer Machtprobe auszuarten droht.
Das Verteidigungsministerium räumte ein, dass wegen der Offensive gegen die Sadr-Miliz rund tausend Soldaten desertiert sind. Die Fähigkeit der irakischen Armee, die Verantwortung für die Sicherheit zu übernehmen, gilt als entscheidende Voraussetzung für einen Abzug von US-Soldaten, wie ihn eine Mehrheit der US-Bürger verlangt.
In der südirakischen Hafenstadt Basra - einer Hochburg Sadrs - blieb die Lage angespannt. Extremisten beschossen den Fahrzeugkonvoi eines hochrangigen Beamten des Verteidigungsministeriums und mehrerer Befehlshaber der Armee mit Panzerfäusten. Niemand wurde verletzt. Irakische Sicherheitskräfte töteten bei drei Einsätzen sieben mutmaßliche Extremisten und nahmen 16 weitere fest. Sie seien dabei von US-Sondereinheiten unterstützt worden, teilte die Armee mit.
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