Berlusconi sorgt mit Nachwahl-Äußerungen für Aufsehen
Rom (Reuters) - Kurz nach seinem Wahlsieg hat der designierte italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit Äußerungen über die weibliche Mehrheit im spanischen Kabinett für Verärgerung gesorgt.
Spanische Sozialistinnen reagierten am Mittwoch erzürnt auf Berlusconi, der die Regierung in Madrid als "zu rosa" bezeichnet hatte. Berlusconi solle sich ein Beispiel an seinem spanischen Kollegen Jose Luis Rodriguez Zapatero nehmen, der neun Frauen in sein Kabinett berufen hat.
"In Italien gibt es genauso wie in Spanien genügend gut ausgebildete und intelligente Frauen, die in der Lage sind Minister- oder andere Regierungsposten zu übernehmen", erklärte Elena Valenciano von der Sozialistischen Partei Spaniens. Eine weibliche Kabinettsmehrheit würde auch Italien guttun. Berlusconi zufolge ist dies in seinem Land nicht möglich, weil es in der italienischen Politik mehr Männer gebe und es schwer sei, qualifizierte Frauen zu finden. Die spanische Zeitung "El Pais" zitierte Berlusconi zudem im Hinblick auf die zahlreichen Ministerinnen im Kabinett Zapatero: "Er wird Probleme haben, sie zu leiten."
Der EU will Berlusconi wieder zu dem internationalen Einfluss verhelfen, den sie seit seiner letzten Amtszeit angeblich verloren hat. Die Europäische Union brauche eine "Spitzen-Führungsgruppe", sagte Berlusconi einem seiner Fernsehsender. "Es ist notwendig, wieder ein Europa aufzubauen, das in der westlichen Welt eine Führungsrolle hat." Während seiner Regierungszeit von 2001 bis 2006 wurde Berlusconi vorgeworfen, sich auf Kosten der EU-Partner auf die Beziehungen Italiens zu Russland und den USA zu konzentrieren.
Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte Berlusconi zu seinem Wahlsieg und lud ihn zu einem Deutschland-Besuch ein. Merkel habe in dem Telefonat darauf hingewiesen, dass sie und Berlusconi bereits gut zusammengearbeitet hätten und dass sie auf eine erneute gute Zusammenarbeit setze. Gerade in europäischen Fragen habe es eine "gute vertrauensvolle Zusammenarbeit" gegeben, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin.
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