Bush erhält keine Zusage für mehr Öl von Saudi-Arabien

Freitag, 16. Mai 2008, 19:48 Uhr
 

Riad (Reuters) - US-Präsident George W. Bush ist bei Saudi-Arabien mit der Bitte abgeblitzt, durch eine stärkere Ölproduktion zur Dämpfung der US-Benzinpreise beizutragen.

Nach den Worten seines Nationalen Sicherheitsberaters Stephen Hadley beharrte der größte Ölexporteur auf seinem Standpunkt, dass er den Bedarf seiner Kunden ausreichend decke. Der saudische Ölminister Ali al-Naimi sagte demnach bei den Gesprächen mit Bush am Freitag in Riad, selbst eine Steigerung der Fördermengen werde keine dramatische Senkung der Preise in den USA bewirken. Kein Land verbraucht mehr Energie als die größte Volkswirtschaft der Welt.

Bushs Sprecherin Dana Perino hatte angekündigt, dass der Präsident seine Verbündeten um einen stärkeren Nachschub bitten wolle. "Die Benzinpreise sind eindeutig zu hoch für die Amerikaner", sagte sie. "Das Angebot reicht nicht aus und die Nachfrage ist zu hoch." Sie machte die teure Energie auch für das schwache US-Wachstum verantwortlich. "Bei niedrigeren Ölpreisen könnten wir sicher ein besseres Wachstum haben."

Bush sagte der Regierung in Riad zu, zum Schutz der saudi-arabischen Ölvorkommen beizutragen und bei der Entwicklung eines zivilen Atomenergieprogramms zu helfen. Die beiden Staaten sollten während des Besuchs dafür eine Absichtserklärung unterzeichnen. Das Abkommen werde Saudi-Arabien den Weg zur Nutzung der Kernenergie ebnen und in der Region ein Beispiel für eine gelungene atomare Zusammenarbeit setzen, erklärte das Präsidialamt. Der Seitenhieb galt dem Iran, der im Verdacht steht, hinter einem zivilen Kernenergieprogramm die Entwicklung von Atomwaffen zu verbergen. Auch das sunnitische Saudi-Arabien beobachtet das iranische Programm voller Sorgen und sieht das regionale Vormachtstreben des schiitischen Staates kritisch.

Trotz des Zwists über die Ölpreise demonstrierten Bush und der saudische Herrscher König Abdullah herzliches Einverständnis. Der Monarch empfing Bush und dessen Frau Laura persönlich auf dem Flugfeld und beherbergte sie auf seiner riesigen Pferderanch vor den Toren der Hauptstadt. Nach seinem Besuch zum 60. Jahrestag der Staatsgründung in Israel würdigte Bush mit seiner Reise nach Riad das 75-jährige Bestehen der Beziehungen zu dem Golfstaat. Als überwunden gelten die Spannungen nach den Anschlägen am 11. September 2001 in den USA. Die Mehrzahl der Attentäter stammte aus Saudi-Arabien.

 
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