UN-Umweltchef: G8-Bilanz bei Klima ernüchternd
Berlin (Reuters) - UN-Umweltchef Achim Steiner hat die Klimabeschlüsse des G8-Gipfeltreffens als zu zögerlich kritisiert.
"Die Bilanz des Gipfels in Japan fällt ernüchternd aus", sagte Steiner am Dienstag dem ZDF. Der Kompromiss, die Treibhausgase bis 2050 zu halbieren, sei von Kritikern als leerer Slogan verurteilt worden, dem die Substanz fehle. "Ich glaube, das wird sicherlich in vielen Ländern auch die Ansicht sein", sagte er.
Der Chef des UN-Umweltprogramms wünschte sich "ein viel stärkeres Signal". Dass die USA das gemeinsame Ziel offiziell anerkenne, sei positiv. Die Entwicklung des Klimawandels und die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigten aber, dass dies nicht ausreiche. Die sieben Industrienationen und Russland müssten ihrer Führungsverantwortung nachkommen, auch bei den Verhandlungen über das Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, das 2012 ausläuft.
US-Präsident George W. Bush hatte bei dem Treffen in Toyako seine Blockadehaltung überraschend aufgegeben und damit den Weg für die Vereinbarung des langfristigen Ziels frei gemacht. Aber auch wichtigen Schwellenländern wie China und Indien ging der Beschluss nicht weit genug. Die Umweltschutzorganisationen WWF und Greenpeace äußerten sich enttäuscht.
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