Somalischer Al-Kaida-Anführer bei US-Luftangriff getötet

Donnerstag, 1. Mai 2008, 12:32 Uhr
 

Mogadischu (Reuters) - Die US-Armee hat bei einem Luftangriff offenbar den Anführer von Al-Kaida in Somalia getötet.

Bei der Bombardierung der zentralsomalischen Stadt Dusamareb seien am Donnerstag mindestens ein Dutzend weitere Menschen getötet worden, sagten Augenzeugen und Mitglieder der Extremisten-Gruppe Al-Shabaab. Einem Sprecher der Gruppe zufolge waren unter den Toten auch Aden Hashi Ayro und ein weiteres Führungsmitglied.

Bewohner von Dusamareb sagten, sie hätten am frühen Morgen vier Flugzeuge gehört. Der örtliche Radiosender Shabelle berichtete, die Luftwaffe habe ein Gebäude getroffen, in dem sich Extremisten-Anführer getroffen hatten. Insgesamt seien 15 Menschen getötet worden. "Die Leute zählen die Schädel, um auf die genaue Zahl der Toten zu kommen", sagte ein Augenzeuge.

Ayro war nach Angaben von Geheimdiensten Ende der 90er Jahre in Afghanistan ausgebildet worden und wurde danach Anführer von Al-Kaida in Somalia. Die von ihm geleitete Gruppe Al-Shabaab ist der radikale Flügel der Bewegung "Rat der Islamischen Gerichte", die in der zweiten Jahreshälfte 2006 weite Teile Süd-Somalias unter seine Gewalt gebracht hatte. Die USA stufen sie als terroristische Organisation mit engen Verbindungen zu Osama bin Ladens Al-Kaida ein.

Unter Ayros Führung wandten die Schabaab gegen die Regierungstruppen und die Verbündeten des nordostafrikanischen Landes zunehmend Taktiken der Aufständischen im Irak an: Sie versteckten Sprengsätze am Straßenrand und bekannten sich zu mindestens einem Selbstmordanschlag. Sicherheitsvertreter und Diplomaten machen sie außerdem für die Tötung von Hilfsorganisations-Mitarbeitern und Journalisten verantwortlich. Ayro hatte 2007 einen US-Luftangriff überlebt.