Sudan löst nach Rebellenattacke Beziehungen zum Tschad
Khartum (Reuters) - Der Sudan hat den Tschad als Drahtzieher der jüngsten Rebellenangriffe auf seine Hauptstadt gebrandmarkt und die Beziehungen zum Nachbarland abgebrochen.
Die Rebellen aus der Unruheprovinz Darfur würden vom Präsidenten des Tschad, Idriss Deby, unterstützt, sagte Sudans Präsident Omar Hassan al-Baschir am Sonntag im staatlichen Fernsehen. Die Ausgangssperre in Khartum wurde bis auf den Ort des Angriffs aufgehoben. Dort, in dem Außenbezirk Omdurman, suchten Soldaten noch nach versprengten Rebellen. Es war das erste Mal in dem bereits seit Jahrzehnten dauernden Konflikt, dass die Rebellen bis auf die Hauptstadt vorrücken konnten.
Die Rebellen wurden nach ihrem Angriff am Samstag in Omdurman offiziellen Angaben zufolge besiegt. Dabei seien mehrere hochrangige Kommandeure der Rebellen-Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM) getötet worden, teilte die Regierung mit. Die Rebellen hatten zuvor von der Unruheprovinz Darfur aus eine 600 Kilometer lange Strecke durch die Wüste in Richtung Khartum zurückgelegt. Der Tschad wies eine Verwicklung in die Angriffe vom Samstag zurück. Deby und Bashir hatten im März einen Pakt unterzeichnet, nachdem beide Länder keine Rebellen auf ihrem Territorium dulden sollten. Beide Staatsmänner werfen sich gegenseitig, die Vereinbarung gebrochen zu haben.
Internationalen Schätzungen zufolge sind im Darfur-Konflikt in den vergangenen fünf Jahren rund 200.000 Menschen getötet und mehr als zwei Millionen Menschen vertrieben. Die überwiegend nicht-arabischen Rebellen werfen der muslimisch dominierten Regierung vor, ihre Siedlungsgebiete zu vernachlässigen und Angriffe arabischer Milizen auf die Dörfer dort zu unterstützen.
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