Merkel will beim CO2-Streit um Autos in der EU hart bleiben

Donnerstag, 13. März 2008, 17:17 Uhr
 

Brüssel (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel will beim Streit in der Europäischen Union um den Abbau des Kohlendioxyd-Ausstoßes von Autos hart bleiben.

"Ich setze mich ganz speziell für Arbeitsplätze in der Automobilindustrie in Deutschland ein", betonte Merkel am Donnerstag in Brüssel kurz vor Beginn des EU-Gipfels. Länder, die wie Deutschland größere Autos bauten, dürften nicht benachteiligt werden gegenüber jenen, die kleinere herstellten. "Deshalb wollen wir hier eine faire Regelung." Klimaschutz und Wirtschaftskraft zu verbinden sei möglich, sagte die CDU-Politikerin.

Die europäischen Automobilflotten sollen nach dem Willen der EU-Kommisson ab 2012 nur noch 120 Gramm Kohlendioxyd (CO2) pro Kilometer bei Neuwagen ausstoßen. Die Bundesregierung kritisiert, dass die deutschen Hersteller größerer Autos die Emissionen unverhältnismäßig viel stärker reduzieren müssten als die Kleinwagenproduzenten in Italien oder Frankreich. Deutschland und Frankreich haben inzwischen eine Arbeitsgruppe von Experten eingesetzt, die Möglichkeiten für einen Kompromiss im Auto-Streit ausloten sollen.

Die Reduktion des CO2-Ausstoßes von Pkw gehört zu einem ganzen Bündel von Gesetzen, mit denen die EU den Klimawandel bremsen will. Im März vergangenen Jahres hatten die 27 EU-Staaten unter deutscher Präsidentschaft vereinbart, bis 2020 den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases um 20 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Die Staats- und Regierungschefs sollen auf ihrem Frühjahrsgipfel vereinbaren, die entsprechenden Gesetze trotz Kontroversen über einzelne Fragen bis Ende des Jahres unter Dach und Fach zu bringen.