"Minderheiten"-Kinder bei Olympia-Eröffnung waren Han-Chinesen
Peking (Reuters) - Die bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in traditioneller Kleidung kostümierten Kinder waren entgegen vorherigen Angaben überwiegend nicht von chinesischen Minderheiten.
Der Vize-Präsident des Organisationskomitees, Wang Wei, räumte am Freitag ein, die Kinder hätten nicht unbedingt den Volksgruppen angehört, deren Trachten sie getragen hätten. Er wisse nicht, woher die Kinder stammten, sagte Wang. Chinesische Tänzer würden aber oftmals Kostüme verschiedener ethnischer Gruppen tragen. "Das ist nichts Besonderes. Sie tragen verschiedene Kostüme, um zu zeigen, dass die Menschen miteinander freundlich umgehen und glücklich sind."
Die Kinder gehören offenbar einer Theatergruppe an, die mehrheitlich aus Han-Chinesen besteht. Han-Chinesen sind mit 92 Prozent der Bevölkerung die dominierende Volksgruppe. In dem Programm für die viereinhalb Stunden lange Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele hatte es aber geheißen, es träten 56 Kinder von 56 Volksstämmen auf.
Die verkleideten Kinder sind bereits der dritte Fall, in dem China einräumen muss, Zuschauer bei der geradezu perfekt abgelaufene Eröffnungszeremonie hinters Licht geführt zu haben. So wurde bereits bekannt, dass Teile des spektakulären Feuerwerks nicht live gefilmt wurden, obwohl dieser Eindruck erweckt wurde. Auch ein kleines Mädchen, das China bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele zum Singen der "Ode an das Vaterland" auftreten ließ, war lediglich ein Double.
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