Österreich feiert Oscar für Ruzowitzkys "Die Fälscher"

Montag, 25. Februar 2008, 11:17 Uhr
 

Wien/Los Angeles (Reuters) - In Österreich ist am Montag der Oscar für das KZ-Drama "Die Fälscher" von Regisseur Stefan Ruzowitzky gefeiert worden.

Die deutsch-österreichische Produktion wurde als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. Ruzowitzky erinnerte in seiner Dankesrede an große Filmemacher wie Billy Wilder, Fred Zinnemann und Otto Preminger, die von den Nationalsozialisten aus Österreich vertrieben wurden. Dass nun ein Film über NS-Verbrechen den Oscar bekommen habe, ergebe Sinn, sagte der 46-Jährige Wiener.

Es ist das erste Mal, dass Österreich in der Kategorie für den besten ausländischen Film den begehrten Preis erhielt. Der unter anderem im traditionsreichen Studio Babelsberg gedrehte Streifen setzte sich gegen Filme aus Israel, Kasachstan, Polen und Russland durch. Im vergangenen Jahr hatte das deutsche Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" den Oscar gewonnen.

Der österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer lobte "Die Fälscher" als meisterhaftes Dokument über die Untiefen der europäischen Geschichte. Die Auszeichnung für Ruzowitzky sei ein Auftrag an die Politik. "Wir müssen durch eine verbesserte nationale und europäische Förderung die europäische Filmproduktion weitaus besser unterstützen, als dies bisher der Fall ist", sagte der Politiker.

Zu den Darstellern in "Die Fälscher" gehören August Diehl und Marie Bäumer sowie der Österreicher Karl Markovics, der für seine Rolle bei zwei Filmfestivals ausgezeichnet wurde.

Ruzowitzky hatte vor einem Monat in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters angekündigt, dass er sich in seinem nächsten Projekt sicher nicht mit der NS-Zeit befassen werde. "Da ist es viel lustiger, in eine ganz andere Richtung zu gehen", sagte er, ohne Einzelheiten zu nennen.