Merkel sichert Lateinamerika Unterstützung Europas zu
Lima (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum Auftakt des EU-Lateinamerika-Gipfels den Ländern des Subkontinents die Unterstützung der Europäer zugesichert.
"Ich denke, es ist ersichtlich, dass Lateinamerika große Hoffnungen auf die Partnerschaft mit Europa setzt. Und wir Europäer auch gefordert sind dies wirklich einzulösen", sagte die Kanzlerin am Freitag in Lima.
Bei vielen Problemen komme es auf die Zusammenarbeit dieser beiden Regionen an. "Die Zahl der Probleme vom Welthandel über die wirtschaftliche Zusammenarbeit bis hin zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ist ausgesprochen breit", sagte sie. Deshalb sei dieser Gipfel wichtig, zu dem Vertreter aus rund 60 Staaten anreisten. Allerdings blieben andere führende europäische Politiker wie Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy oder der britische Premier Gordon Brown dem Treffen fern.
Schwerpunkte des Gipfels seien der Kampf gegen die Armut in Lateinamerika sowie der Klima- und Artenschutz. Europa werde weiterhin Hilfe leisten zur Armutsbekämpfung. Hierzu erwarte sie in Lima "konkrete Hinweise, was gebraucht wird, wie es gebraucht wird, damit unser Geld auch richtig angelegt ist."
Bei einem Treffen mit Perus Staatspräsident Alan Garcia sicherte die Kanzlerin die Unterstützung beim Aufbau seines neuen Umweltministeriums zu. Das erste Ministerium dieser Art in Peru soll sich vor um Klimaschutz kümmern. Garcia kritisierte die Angriffe seines venezolanischen Kollegen Hugo Chavez im Vorfeld des Gipfels, der die Kanzlerin in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt hatte. Nur weil jemand schreie und Beleidigungen ausstoße, habe er noch lange nicht recht, sagte der Präsident.
Merkel sagte zu einer möglichen Begegnung mit Chavez auf dem Gipfel: "Ich glaube, wir werden uns gut vertragen und es wird ein guter Lateinamerika-Gipfel". Chavez wird im Rahmen des Gipfels voraussichtlich wie Merkel an einer Arbeitsgruppe zur Armutsbekämpfung teilnehmen.
Der Gipfel steht allerdings auch im Zeichen von Spannungen zwischen mehreren Ländern Lateinamerikas sowie dem Streit über den Ausbau der Biosprit-Produktion. Kolumbien wirft Venezuela die Unterstützung der für viele Entführungen verantwortlichen Rebellengruppe Farc vor.
Brasilien wird von ärmeren Länder in der Region vorgehalten, dass der Anbau von Pflanzen für Bioethanol die Nahrungsmittel verknappe und die Lebensmittelpreise in die Höhe treibe. Merkel hatte in Brasilien zum Auftakt ihrer einwöchigen Lateinamerika-Reise erklärt, die Europäer würden beim Import von Biosprit künftig stärker auf eine umweltgerechte Produktion achten.
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