Birma will ausländische Hilfslieferungen selbst verteilen
Rangun (Reuters) - Birma sperrt sich weiter gegen die Einreise ausländischer Helfer für die Verteilung von Hilfsgütern für die Opfer des Zyklons "Nargis".
Rettungs- und Erkundungsteams aus dem Ausland könnten derzeit nicht empfangen werden, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums, die die Regierungszeitung "Myanma Ahlin" am Freitag veröffentlichte. Die Priorität gelte vielmehr dem Empfang von Hilfsgütern, die man mit eigenen Mitteln verteile.
Zuvor hatte die Militärjunta eine Gruppe von Helfern aus dem Golfstaat Katar zurückgeschickt, die in Rangun an Bord eines Flugzeugs mit einer Hilfslieferung eingetroffen war. Die Maschine aus Katar sei einer von 12 internationalen Hilfsflügen gewesen, die am Donnerstag in der ehemaligen Hauptstadt Birmas gelandet seien, berichtete die Zeitung weiter.
Bei ausländischen Regierungen und Organisationen nimmt die Frustration darüber zu, dass Birmas Generäle weiterhin die Erteilung von Visa an ausländische Hilfskräfte und die Vergabe von Landerechten für internationale Hilfsflüge verzögern. Australiens Ministerpräsident Kevin Rudd sagte am Freitag, das Verhalten des Regimes in Birma sei erschreckend. Er forderte zudem die südostasiatischen Länder und China auf, mehr Druck auf die Militärjunta auszuüben. Thailands Ministerpräsident Samak Sundaravej kündigte nach Gesprächen mit britischen und US-Gesandten an, er werde am Wochenende zu Gesprächen mit den Generälen nach Birma fliegen.
Die Vereinten Nationen gehen von mindestens 1,5 Millionen Hilfsbedürftigen in Folge der Naturkatastrophe aus. Offiziellen Angaben zufolge kamen knapp 23.000 Menschen in Birma durch den Zyklon ums Leben. Experten vermuten eine weit höhere Zahl von Toten.
© Thomson Reuters 2008 Alle Rechte vorbehalten.



