Bush legt in Israel Friedensvision für Nahost dar
Jerusalem (Reuters) - US-Präsident George W. Bush hat in einer Rede vor der Knesset seine Friedensvision für den Nahen Osten mit demokratisierten arabischen Staaten und einem besiegten Extremismus dargelegt.
Israel als "Heimstatt des auserwählten Volkes" werde auch zu seinem 120. Gründungstag im Jahr 2068 zu den großen Demokratien der Welt gehören, sagte Bush am Donnerstag in Jerusalem. Das palästinensische Volk werde in einem demokratischen Rechtsstaat leben, der den Terrorismus ablehne.
"Von Kairo bis Riad, von Bagdad bis Beirut werden die Menschen in freien und unabhängigen Gesellschaften leben", sagte Bush. Syrien und der Iran würden dann friedliche Länder sein, in denen die Unterdrückung überwunden sei. Extremistengruppen wie die Al-Kaida, die Hamas und die schiitische Hisbollah würden geschlagen sein.
Bush, der sich zum 60. Jahrestag der Staatsgründung in Israel aufhielt, versicherte seinen Gastgebern die Unterstützung gegen das Streben des Iran nach Atomwaffen. Der Islamischen Republik den Erwerb von Atomwaffen zu gestatten, würde einem unverzeihlichen Verrat an künftigen Generationen gleichkommen.
In seiner Rede ging Bush nicht näher auf die Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern ein. Der in acht Monaten aus dem Amt scheidende Bush will seine Präsidentschaft mit einer Zwei-Staaten-Lösung krönen. Die Ende vorigen Jahres auf Initiative der USA vereinbarten Gespräche sind bislang nur schleppend vorangekommen.
In den Palästinenser-Gebieten gedachten die Menschen mit Schweigeminuten und Sirenengeheul des Verlusts ihrer Heimat durch die Staatsgründung Israels. 60 Jahre seien seitdem vergangen, "und es ist Zeit, dass für die Palästinenser die Katastrophe endet", sagte Präsident Mahmud Abbas in Ramallah.
BUSH BESUCHT HISTORISCHE FESTUNG MASADA
Vor seiner Rede in der Knesset hatte Bush die 2000 Jahre alte Festung Masada am Toten Meer besucht. Dort hatten sich nach der Überlieferung im Jahr 70 vor Christus an die 1000 Juden gegenseitig getötet, um sich nicht den römischen Belagerern ergeben zu müssen. Masada gilt als Symbol für jüdischen Kampfgeist.
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