Simbabwes Oppositionschef geht in Stichwahl gegen Mugabe
Harare/Pretoria (Reuters) - Nach der umstrittenen Präsidentenwahl in Simbabwe hat Oppositionsführer Morgan Tsvangirai seine Teilnahme an einer Stichwahl angekündigt.
Voraussetzung sei jedoch die uneingeschränkte Zulassung internationaler Beobachter und der Medien, sagte Tsvangirai am Samstag vor Journalisten im benachbarten Südafrika. Tsvangirai hatte eine Kampfabstimmung bisher für unnötig erklärt, da er sich bereits als Sieger der ersten Wahlrunde sieht.
Die Regierung des seit Jahrzehnten in Simbabwe amtierenden Staatspräsidenten Robert Mugabe wies Vorbedingungen für eine Stichwahl umgehend zurück. Justizminister Patrick Chinamasa sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Stichwahl werde im Rahmen der Verfassung und der Wahlgesetze abgehalten. "Es wird keine Vorbedingungen außerhalb dieses Rahmens geben."
Tsvangirai betonte indes, Wahlbeobachter und Medien sollten sicherstellen, dass die Stichwahl frei und fair verlaufe. Die entscheidende Abstimmung solle nicht später als am 24. Mai stattfinden. Er selbst werde in den kommenden zwei Tagen nach Simbabwe zurückkehren. Der Politiker hatte sein Land kurz nach der Wahl vom 29. März verlassen, um sich mit Reisediplomatie die Unterstützung in der Region zu sichern.
Tsvangirai warf der nationalen Wahlkommission zudem vor, sich durch ein parteiisches Verhalten zugunsten der Regierungspartei selbst diskreditiert zu haben. Er verwies dabei auf die Unruhen nach der Wahl und die Verzögerung bei der Bekanntgabe des Ergebnisses. Die Wahlkommission müsse deshalb neu gegründet werden, sagte Tsvangirai.
Der Oppositionspolitiker war nach dem offiziellen Ergebnis vor dem 84-jährigen Mugabe als Sieger aus der Präsidentenwahl hervorgegangen. Tsvangirai erreichte jedoch nicht die nötige absolute Mehrheit der Stimmen. Mugabe hat bereits seine Kandidatur bei einer Stichwahl erklärt.
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