Dutzende Tote bei Anschlägen in Indien

Dienstag, 13. Mai 2008, 19:36 Uhr
 

Jaipur (Reuters) - Bei einer Serie von Bombenanschlägen sind in der westindischen Stadt Jaipur am Dienstagabend Dutzende Menschen getötet worden.

Das staatliche Fernsehen zitierte den Ministerpräsidenten des Bundesstaates Rajasthan mit den Worten, es habe mehr als 60 Tote gegeben. Ein weiterer Regierungsvertreter sagte einem lokalen Fernsehsender, es seien "nach ersten Informationen" 50 bis 60 Menschen getötet worden.

"Sechs Bomben sind explodiert, das wurde bestätigt", sagte der stellvertretende Bundesinnenminister Shri Prakash Jaiswal. "Nicht weniger als hundert Menschen sind verletzt." Die Sicherheitsbehörden versetzten die Hauptstadt Neu-Delhi und die Finanzmetropole Mumbai in Alarmbereitschaft. Polizeikräfte rückten aus, um Kraftwerke, Moschen und Tempel zu schützen.

Die Sprengsätze explodierten binnen weniger Minuten in der dicht besiedelten Altstadt Jaipurs, einem Anziehungspunkt für viele Touristen. Eine Bombe war demnach neben einem hinduistischen Tempel platziert. In den engen Gassen brach Panik aus. "Die Menschen fingen an zu rennen, und ich bin hinterher gerannt", sagte Anil Garg dem Sender NDTV. Überall bildeten sich riesige Staus.

Das Fernsehen zeigte Bilder von Fahrrädern und Blutlachen, im Hintergrund waren die Sirenen von Ambulanzen und Polizei zu hören. "Ich hörte einen ohrenbetäubenden Knall, und erst dachte ich, eine Gasflasche sei explodiert", sagte Hemanth Modi. "Dann war überall Rauch und ich konnte meinen Sohn nicht mehr finden, aber dann habe ich ihn entdeckt."

Jaipur ist die Hauptstadt des Bundesstaates Rajasthan und hat knapp 2,5 Millionen Einwohner. Der Palast der Winde gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, die rund 300 Kilometer südwestlich von Neu-Delhi liegt.

Bei mehreren Anschlagserien wurden in den vergangenen Jahren in Indien Hunderte Menschen getötet. Die folgenschwerste Serie war im Sommer 2006 in der Finanzmetropole Bombay, wie Mumbai früher hieß, als während der Hauptverkehrszeit in acht Pendlerzügen Sprengsätze gezündet wurden. Mehr als 200 Menschen kamen ums Leben und mehr als 700 wurden verletzt. Die Regierung machte für die Attentate kaschmirische Separatisten verantwortlich.