Bush stellt sich hinter moderate Palästinenser und Israel
Jerusalem (Reuters) - US-Präsident George W. Bush hat zum Auftakt seines zweiten Nahost-Besuchs in diesem Jahr Israel und den verhandlungsbereiten Palästinensern seine Unterstützung zugesagt.
Er versprach Israel Beistand gegen die existenzielle Bedrohung, die ein mit Atomwaffen ausgerüsteter Iran bedeute. Zudem stehe seine Regierung an der Seite der Palästinenser, die Frieden wollten, sagte Bush am Mittwoch nach seinem ersten Gespräch mit Ministerpräsident Ehud Olmert in Jerusalem. Er werde sich weiter für eine Zwei-Staaten-Lösung einsetzen, damit Menschen, "die gerecht und vernünftig sind und in Frieden mit Israel leben wollen, die Chance dafür bekommen".
Bush besucht Israel aus Anlass des 60. Gründungstags des jüdischen Staates und will zugleich die Friedensgespräche voranbringen, die trotz des US-Drucks ins Stocken geraten sind. Den mit Olmert verhandelnden Palästinenser-Präsidenten Mahmud Abbas will er am Samstag in Ägypten treffen. Eine Reise in die Palästinenser-Gebiete hat er während seines dreitägigen Aufenthalts in Israel nicht geplant.
Olmert drohte der radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen mit einem schweren Militärschlag, sollten die Raketenangriffe auf israelische Städte und Gemeinden nicht aufhören. "Wir hoffen, dass wir nicht mit einer militärischen Stärke gegen die Hamas vorgehen müssen, wie sie Israel noch nicht ernsthaft eingesetzt hat", sagte Olmert mit Bush an seiner Seite. Während des Treffens der beiden feuerten Extremisten in dem Küstengebiet eine Rakete auf Israel ab, die in der Küstenstadt Aschkelon in ein Einkaufszentrum einschlug. 31 Menschen wurden in Krankenhäusern behandelt, drei davon wegen schwerer Verletzungen. Unter den Opfern war Sanitätern zufolge auch ein sechsjähriges Mädchen.
Zu dem Angriff bekannte sich das Generalkommando der Volksfront für die Befreiung Palästinas. Extremisten schießen seit der Machtübernahme der Hamas in dem Küstengebiet fast täglich Raketen auf Israel ab, in jüngster Zeit auch des Typs Katjuscha Grad, die auch zehn Kilometer entfernte Städte wie Aschkelon erreichen. Ägypten bemüht sich derzeit um die Vermittlung einer Waffenruhe.
In seiner bislang schärfsten Kritik an der Lage im Libanon warf Bush dem Iran vor, das Nachbarland Israels in die Spaltung zu treiben. Er verurteilte die vorübergehende Eroberung der Hauptstadt Beirut durch die von den Regierungen in Iran und Damaskus unterstützte Hisbollah und sagte: "Das ist ein iranischer Versuch, die junge Demokratie des Libanon zu destabilisieren." Die Hisbollah blockiert seit Monaten die vom Westen unterstützte Regierung des Zedernstaats, der durch die jüngsten Offensive der radikal-schiitischen Miliz an den Rand eines neuen Bürgerkriegs geraten ist.
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