Steinmeier: Mit China und Thailand über Zugang zu Birma reden
Berlin (Reuters) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier will China und Thailand um Hilfstransporte nach Birma bitten.
Die beiden Nachbarländer seien ein wichtiger Zugang, sagte er am Freitag zum Auftakt einer Sondersitzung des Koordinierungsausschusses Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt in Berlin. "Wir werden mit China reden müssen, ob sie behilflich sein können." Die Hilfe könne auch nicht auf Entscheidungen des UN-Sicherheitsrats warten, mahnte er.
"Wir müssen im Grunde so schnell wie möglich mit unseren Helfern vor Ort sein. Im Augenblick zählt jede Stunde, damit die Zahl der Opfer nicht noch größer wird", sagte Steinmeier. Birmas Militärjunta verweigert ausländischen Helfern die Einreise und will internationale Hilfslieferungen selber an die Millionen Opfer des Wirbelsturms "Nargis" verteilen.
Thailands Ministerpräsident Samak Sundaravej sagte indes eine für das Wochenende geplante Reise nach Birma ab. "Nachdem sie heute gesagt haben, dass sie keine ausländischen Helfer akzeptieren, gibt es keinen Grund mehr für die Reise," erklärte er in Bangkok. Samak wollte sich bei der Militärjunta für die Erteilung von Einreisevisa einsetzen.
Westliche Hilfsexperten sitzen derzeit zu Dutzenden in Bangkok fest. Wegen eines nationalen Feiertags können sie erst in vier Tagen wieder ein Visum beantragen. Birmas Botschaft bleibt so lange geschlossen. "Vier Tage Warten - das ist zu lang für Menschen, deren Leben so sehr gefährdet ist", sagte Paul Risley, Sprecher des Welternährungsprogramms mit Blick auf die Opfer in den Katastrophengebieten.
Weltweit stehen Hilfsgüter im Wert von 57 Millionen Dollar für einen Transport nach Birma bereit. Die Bundesregierung hat zwei Millionen Euro zugesagt. "Das Deutsche Rote Kreuz steht mit Lazarett-Kapazitäten zur Verfügung, das THW mit Wasserversorgungsanlagen", sagte Steinmeier. "Alles das könnte unter der Voraussetzung, dass endlich Visa erteilt werden, bereits in Birma sein". In dem Koordinierungsausschuss arbeiten Mitglieder des Bundestags, Vertreter des Auswärtigen Amts und der Hilfsorganisationen zusammen.
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