Papst ruft zum Frieden in Tibet auf - Muslim getauft
Vatikan-Stadt (Reuters) - Papst Benedikt XVI. hat in seiner Osterpredigt zum Frieden in Tibet, Afrika und Nahost aufgerufen.
"Für diese Regionen unterstütze ich die Suche nach Lösungen, die das Wohl und den Frieden schützen", sagte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche vor Zehntausenden Gläubigen, die sich am Sonntag trotz strömenden Regens auf dem Petersplatz in Rom versammelt hatten. Anschließend spendete Benedikt den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" der Stadt Rom und dem Weltkreis und sprach Osterwünsche in 63 Sprachen. Während der Osterwache am Samstagabend taufte der der Papst unter anderem einen ehemaligen Muslim. Der Journalist schrieb anschließend, er sehe sich nun in großer Gefahr.
Benedikt nannte neben Tibet, wo Chinas Sicherheitskräfte eine neue Autonomiebewegung niedergeschlagen haben, Bürgerkriegsgebiete wie Darfur und Somalia sowie den von ihm als gepeinigt bezeichneten Nahen Osten. Am Samstagabend hatte der Papst gemeinsam mit Tausenden Gläubigen in Rom die Osterwache gehalten und damit den Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten eingeleitet.
Während der Messe im Petersdom zum Gedenken an die Auferstehung Jesu Christi taufte der 80-jährige Pontifex sieben Erwachsene. Darunter war auch der aus Ägypten stammende Magdi Allam - einer der bekanntesten Journalisten in Italien, der für die renommierte Zeitung "Corriere della Sera" arbeitet. Allams Übertritt zum Christentum war ein gut gehütetes Geheimnis und wurde vom Vatikan erst knapp eine Stunde vor Beginn der Messe bekanntgegeben. Nach Drohungen wegen seiner schon zuvor am islamischen Extremismus geübten Kritik und seiner Unterstützung für Israel steht der 55-Jährige unter Polizeischutz. Allam hatte den Papst für seine Rede 2006 in Regensburg verteidigt, die von vielen Muslimen scharf kritisiert wurde.
Am Sonntag schrieb Allam in seiner Zeitung, der Islam sei "physiologisch gewalttätig" und historisch konfliktgeladen. Er werde sich seinem Schicksal erhobenen Hauptes stellen.
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