October 24, 2013 / 10:53 AM / 7 years ago

Credit Suisse speckt Investmentbanking weiter ab

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Großbank Credit Suisse treibt nach Einbußen im riskanten Investmentbanking den Ausbau der Vermögensverwaltung voran.

The logo of Swiss bank Credit Suisse is seen at an office building in Zurich October 24, 2013. Credit Suisse will shrink interest rate trading after revenue and profit at its investment bank slid in the third quarter, it said on Thursday, further scaling back an area squeezed by strict new regulation and feeble activity. REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND - Tags: BUSINESS LOGO) - RTX14M3M

Vorstandschef Brady Dougan will vor allem in das Geschäft mit Reichen und Superreichen in den Boomregionen Asiens und anderer Schwellenländer investieren. Ein Teil des Zinsgeschäfts sowie andere, wenig rentable Einheiten sollen zurückgefahren werden. Zudem verschärft Dougan den Sparkurs. So sollen bis 2015 über 4,5 Milliarden Franken statt wie bisher 4,4 Milliarden eingespart werden. “Die Ausrichtung des Geschäfts auf Wachstum wird Credit Suisse in die Lage versetzen, eine der höchsten Renditen der Branchen zu erreichen und den Aktionären nachhaltige und substanzielle Bardividenden auszuzahlen”, sagte Dougan am Donnerstag in einer Telefonkonferenz.

Mit der Kurskorrektur nähert sich Credit Suisse nun dem Geschäftsmodell des Erzrivalen UBS an, während beispielsweise die Deutsche Bank im Investmentbanking weiter ein großes Rad drehen will. Die größte Schweizer Bank hatte vor einem Jahr einen beispiellosen Konzernumbau mit dem Ausstieg aus großen Teilen des stark von der Entwicklung der Märkte abhängigen Investmentbankings angekündigt und sich damit Applaus der Anleger gesichert. Credit Suisse will mittelfristig die Hälfte des Kapitals in der Vermögensverwaltung einsetzen, bisher entfielen fast zwei Drittel auf das Investmentbanking.

Wie den US-Konkurrenten machte Credit Suisse im dritten Quartal 2013 die Flaute im Anleihenhandel zu schaffen. Der bereinigte Vorsteuergewinn sank im Konzern auf 930 Millionen Franken nach 1,192 Milliarden im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Reingewinn verdoppelte zwar sich fast auf 454 Millionen Franken, lag aber deutlich unter den Analystenschätzungen von gut 700 Millionen Franken. Vor Jahresfrist hatte die Höherbewertung der eigenen Schulden zu einem Gewinneinbruch auf 254 Millionen Franken geführt. An der Börse verlor die Credit-Suisse-Aktie fast drei Prozent, der europäische Branchenindex legte dagegen 0,7 Prozent zu.

UNSICHERHEIT ÜBER FED-KURS NIMMT ANLEGER LUST AUF ANLEIHEN

Im Geschäft mit Anleihen und anderen festverzinslichen Wertpapieren musste Credit Suisse im abgelaufenen Quartal einen Rückgang der Einnahmen um 42 Prozent auf 833 Millionen Franken verkraften. “Auch wenn wir im Aktiengeschäft und im Bereich Anleihenemissionen ein gutes Ergebnis erzielten, haben im Investmentbanking die schwierigen Bedingungen im Anleihenmarkt Spuren im Ergebnis hinterlassen”, erklärte Dougan. Die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Notenbank Fed hatte den Anlegern im Sommer die Lust auf Anleihen und andere Zinspapier genommen. Wochenlang trieb die Investoren die Sorge um, die amerikanische Notenbank könnte ihre Politik des billigen Geldes zurückfahren. Mit Ausnahme von Morgan Stanley waren die Geschäftsergebnisse der meisten US-Großbanken im abgelaufenen Quartal für die Aktionäre eine Enttäuschung.

Auch die Deutsche Bank dürfte sich diesem Trend nicht entziehen können, wenn sie am Dienstag ebenso wie UBS Quartalszahlen vorlegt. Der deutsche Branchenprimus gehört zu den größten Spielern am Anleihemarkt, während UBS sich weitgehend aus dem Handel mit Zinspapieren zurückgezogen hat und auf die Vermögensverwaltung setzt.

VORBILD UBS?

Der Ausbau der Vermögensverwaltung bringt Credit Suisse den Vorteil, dass die Bank künftig weniger Kapital vorhalten muss. Auch sind die Einnahmen, die mit der Verwaltung von Vermögen von Reichen erzielt werden, wesentlich stabiler als im Investmentbanking. Im dritten Quartal stieg der Vorsteuergewinn in der Vermögensverwaltung auf gut eine Milliarde Franken, mehr als vier Mal mehr als im Kapitalmarktgeschäft. Dank Kunden in Schwellenländern und Superreichen holte die Bank Neugeld von 8,1 Milliarden Franken herein. Angaben der Beratungsgesellschaft Scorpio zufolge ist Credit Suisse gemessen an den verwalteten Vermögen weltweit die fünftgrößte Privatbank, Marktführer ist die UBS.

Aber auch im Private Banking kämpft Credit Suisse mit einem schwierigen Umfeld. Viele Kunden befinden sich immer noch im Handelsstreik. Mit der Aufweichung des Bankgeheimnisses ziehen die Kunden aus Westeuropa Milliarden von Schweizer Konten ab. Der Rückgang des hochrentablen Geschäfts schlägt sich auch in den Margen nieder. Nach Schätzungen von Kepler Cheuvreux fiel die Bruttomarge in dem Bereich auf den tiefsten Stand seit mindestens 15 Jahren.

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