July 1, 2019 / 1:35 PM / 3 months ago

Mehr als 100 Verletzte bei Anschlag in Kabul - Darunter 51 Kinder

Smoke rises from the site of a blast and gunfire in Kabul, Afghanistan July 1, 2019. REUTERS/Mohammad Ismail

Kabul (Reuters) - Bei einem Anschlag im Regierungsviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Montag nach Angaben der Behörden mindestens 105 Menschen verletzt worden, darunter 51 Kinder.

Sicherheitskräfte lieferten sich mehr als sieben Stunden lang Feuergefechte mit den Angreifern, nachdem während des morgendlichen Berufsverkehrs ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen nahe einer Außenstelle des Verteidigungsministeriums explodiert war. Mehrere Bewaffnete seien in ein Gebäude eingedrungen, hieß es in Sicherheitskreisen. Fünf Angreifer seien erschossen worden. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Ziel sei die Außenstelle des Verteidigungsministeriums gewesen. Die Mitarbeiter der ebenfalls in der Nähe gelegenen deutschen Botschaft in Kabul seien wohlauf, verlautete aus dem Auswärtigen Amt.

Der Anschlag ereignete sich während einer neuen Runde der Friedensgespräche zwischen dem US-Sondergesandten Zalmay Khalilzad und den Taliban in Katar. Direkte Gespräche mit der afghanischen Regierung lehnen die Taliban bisher ab. Deutschland bemüht sich parallel zu den Gesprächen der USA, den Weg für Verhandlungen zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung zu ebnen. In Diplomatenkreisen hieß es vergangene Woche, Deutschland versuche, am 7. Juli ein Treffen mit etwa 50 bis 60 afghanischen Vertretern in Doha zu organisieren. Aus dem Auswärtigen Amt verlautete, Deutschland habe sich gemeinsam mit Katar bereiterklärt, wichtigen afghanischen Akteuren die Veranstaltung einer “innerafghanischen Dialogkonferenz” vorzuschlagen. Diese könnte den Weg zu Vorgesprächen über innerafghanische Verhandlungen zu ebnen.

Deutschland ist mit rund 1200 Soldaten zweitgrößter Truppensteller am Hindukusch nach den USA und hatte sich schon früher bereiterklärt, eine Friedenskonferenz für Afghanistan auszurichten, falls es Fortschritte in den Verhandlungen der USA mit den Taliban geben sollte. Denkbar sei “die Veranstaltung einer weiteren Petersberger Konferenz unter Einschluss der Taliban in einem dafür geeigneten Stadium der Verhandlungen”, hieß es in einem Papier des Auswärtigen Amtes und des Verteidigungsministeriums, das im Februar bekanntwurde. Bei der ersten Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn Ende 2001 hatten afghanische Delegierte nach dem Sturz der Taliban über die Zukunft ihres Landes beraten.

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