August 20, 2018 / 6:45 AM / 3 months ago

Taliban entführen Busse mit Hunderten Menschen in Afghanistan

REFILE - CORRECTING TYPO An Afghan security forces convoy patrol after a Taliban attack in Ghazni city, Afghanistan August 14, 2018. Picture taken August 14, 2018. REUTERS/Mustafa Andaleb

Kabul (Reuters) - Einen Tag nach der Ankündigung einer Waffenruhe durch den afghanischen Präsident Ashraf Ghani haben Kämpfer der radikal-islamischen Taliban in der Provinz Kundus drei Busse gestoppt und zahlreiche Insassen entführt.

Ein Sprecher des Provinzgouverneurs sagte, die Busse seien am Montag auf der Fahrt von der Provinz Takhar in die Hauptstadt Kabul angehalten worden. Die Taliban hätten den Passagieren befohlen auszusteigen und sie dann an einen unbekannten Ort verschleppt. Ein Angehöriger des Provinzrats von Kundus sagte, wegen des bevorstehenden Opferfestes seien die Busse mit etwa 300 bis 400 Menschen sehr voll gewesen. Ein Sprecher der Islamisten sagte, die Busse seien aufgebracht worden, nachdem es Informationen gegeben habe, dass sich auch Sicherheitskräfte an Bord befänden.

An einem sicheren Ort würden die Papiere der Passagiere überprüft, um Sicherheitskräfte zu identifizieren, sagte der Taliban-Sprecher. Die Zivilisten würden dann bald freigelassen.

Erst am Sonntag hatte Präsident Ghani trotz der zuletzt heftigen Kämpfe um die Stadt Ghasni eine Waffenruhe mit den Taliban angekündigt. Diese sollte am Montag beginnen und so lange dauern, wie ihn die Taliban bewahrten, hatte er erklärt. In Talibankreisen hatte es geheißen, mehrere Anführer hätten einem viertägigen Waffenstillstand während des islamischen Opferfestes, das offiziell am Dienstag beginnt, zugestimmt. Allerdings stehe die Zustimmung des obersten Taliban-Anführers Scheich Haibatullah Achunsada noch aus. Der Taliban-Sprecher sagte, die gebe es weiterhin noch nicht. Die Taliban würden aber am Montag mindestens 500 Gefangene freilassen. Darunter seien auch Angehörige der Sicherheitskräfte, die bei Kämpfen in drei Provinzen gefangen genommen worden seien. Der Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob auch Soldaten oder Polizisten aus den entführten Bussen freikommen sollten.

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