August 20, 2018 / 10:55 AM / in 3 months

Taliban gegen Waffenpause - Kapern Busse mit Hunderten Insassen

An Afghan firefighter sprays water on burning shops after a Taliban attack in Ghazni city, Afghanistan August 14, 2018. Picture taken August 14, 2018. REUTERS/Mustafa Andaleb TPX IMAGES OF THE DAY

Kabul (Reuters) - Die radikal-islamischen Taliban lehnen die von der afghanischen Regierung angestrebte Waffenruhe während des bevorstehenden islamischen Opferfestes ab.

Vertreter der Islamisten erklärten am Montag, der obersten Anführer Scheich Haibatullah Achunsada habe angeordnet, dass der Kampf gegen die Regierung fortgesetzt werde. Fast zeitgleich hatten Taliban-Kämpfer drei Busse mit Hunderten Reisenden in der Provinz Kundus in ihre Gewalt gebracht.

Präsident Ashraf Ghani hatte am Sonntag trotz der zuletzt heftigen Kämpfe um die Stadt Ghasni eine Waffenruhe mit den Taliban angekündigt. Diese sollte am Montag beginnen und so lange dauern, wie ihn die Taliban bewahrten. Zwar hatten nach Angaben aus Taliban-Kreisen mehrere Anführer einem viertägigen Waffenstillstand während des am Dienstag beginnenden Opferfestes zugestimmt. Die Billigung durch Scheich Achunsada stand aber noch aus. Dieser rief stattdessen am Montag die Taliban zum weiteren Kampf gegen die Regierung auf. Die Taliban würden aber am Montag mindestens 500 Gefangene freilassen, sagte ein Sprecher der Islamisten. Darunter seien auch Angehörige der Sicherheitskräfte, die bei Kämpfen in drei Provinzen gefangen genommen worden seien.

TALIBAN ENTFÜHREN BUSSE MIT BIS ZU 400 REISENDEN

In der Provinz Kundus wurden nach Angaben eines Sprechers des Gouverneurs drei Busse auf der Fahrt von der Provinz Takhar in die Hauptstadt Kabul von Taliban-Kämpfern angehalten. Die Islamisten hätten den Passagieren befohlen auszusteigen und sie dann an einen unbekannten Ort verschleppt. Ein Angehöriger des Provinzrats sagte, wegen des bevorstehenden Opferfestes seien die Busse mit etwa 300 bis 400 Menschen sehr voll gewesen.

Ein Sprecher der Islamisten sagte, die Busse seien aufgebracht worden, nachdem es Informationen gegeben habe, dass sich auch Sicherheitskräfte an Bord befänden. An einem sicheren Ort würden die Papiere der Passagiere überprüft, um Sicherheitskräfte zu identifizieren, sagte der Taliban-Sprecher. Zivilisten würden bald freigelassen. Der Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob auch Soldaten oder Polizisten aus den entführten Bussen freikommen sollten.

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