October 28, 2019 / 5:46 AM / 18 days ago

Argentinien steht nach Fernandez-Wahlsieg vor Kurswechsel

Supporters of Alberto Fernandez and his running mate and former President Cristina Fernandez de Kirchner, celebrate after Alberto Fernandez wins the general election, in Buenos Aires, Argentina October 27, 2019. Picture taken October 27, 2019. REUTERS/Magali Druscovich

Buenos Aires (Reuters) - Der Mitte-Links-Politiker Alberto Fernandez hat die Präsidentenwahl in Argentinien gewonnen.

Damit kehrt auch die umstrittene frühere Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner als Vizepräsidentin zurück an die Macht. Der bisherige Oppositionskandidat erzielte nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen 47,79 Prozent und schlug damit Amtsinhaber Mauricio Macri, der auf 40,71 Prozent kam. Die argentinische Zentralbank verhängte nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses drastische Beschränkungen des Dollar-Kaufs für Einzelpersonen.

Das argentinische Wahlrecht sieht vor, dass bei einem Ergebnis über 45 Prozent für einen Kandidaten keine Stichwahl mehr nötig ist. Macri erkannte den Wahlausgang an und gratulierte Fernandez. Er versprach einen geordneten Übergang der Macht. Von dem Machtwechsel in Buenos Aires werden weitreichende Konsequenzen erwartet. Argentinien ist einer der weltweit führenden Weizen-Exporteure und treibt die Ausbeutung des größten Ölschiefer-Lagerstätten der Welt in der Vaca Muerta Formation voran. Zudem steht das Land kurz vor Restrukturierungsgesprächen mit Gläubigern, einschließlich des Internationalen Währungsfonds. Dabei geht es um Schulden von mehr als 100 Milliarden Dollar.

Das Land kämpft seit Monaten mit einer gravierenden Wirtschaftskrise und einer Inflation von mehr als 50 Prozent pro Jahr. Deshalb war Macris harter Sparkurs umstritten. Macri hatte zudem versucht, die relativ geschlossene argentinische Wirtschaft zu öffnen und Handelsabkommen abzuschließen. So beendete er etwa die Blockade gegen das Handelsabkommen der südamerikanischen Mercosur-Staaten mit der EU. Zudem strebte er mehr ausländische Investitionen in Energie- und Infrastruktur-Projekte an.

Die oppositionelle Peronisten-Bewegung von Fernandez hat dagegen einen anderen Wirtschaftskurs angekündigt. Fernandez hatte Macri bereits bei einer Vorwahl deutlich geschlagen. Dies löste an den Finanzmärkten Panik aus: Anleger befürchten, dass er eine Rückkehr zur Politik von Macris Vorgängerin Kirchner anstrebt, die auf Handels- und Kapitalkontrollen gesetzt hatte. Auch Kirschner, gegen die mehrere Korruptionsverfahren laufen und die wegen eines Postens im Senat Immunität genießt, hatte im Wahlkampf ein Ende des Sparkurses versprochen.

Argentiniens Zentralbank beschränkte private Devisenverkäufe bis einschließlich Dezember nach Angaben der Zentralbank auf maximal 200 Dollar pro Monat. Bereits Anfang September hatte die Bank eine 10.000-Dollar-Beschränkung zusammen mit anderen Währungskontrollen verhängt, um einen Kursrutsch des Peso einzudämmen.

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