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Weltnachrichten

Türkei lehnt Vermittlung von Russland, USA und Frankreich in Bergkarabach ab

Turkish President Tayyip Erdogan makes a speech during the reopening of the parliament in Ankara, Turkey, October 1, 2020. Murat Cetinmuhurdar/Presidential Press Office/Handout via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. NO RESALES. NO ARCHIVE.

Ankara/Baku/Jerewan (Reuters) - Die Türkei lehnt die Beteiligung Russlands, der USA und Frankreichs an der Suche nach einer Friedenslösung in dem Konflikt um die Kaukasus-Region Bergkarabach ab. “Da die USA, Russland und Frankreich dieses Problem seit 30 Jahren vernachlässigt haben, ist es unannehmbar, dass sie an den Bemühungen für eine Waffenruhe beteiligt werden”, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag im Parlament in Ankara. Zeitgleich hatten die drei Staaten zu einer sofortigen Feuerpause und Friedensgesprächen zwischen Armenien und Aserbaidschan ohne Vorbedingungen aufgerufen.

Der Vorstoß von Russland, den USA und Frankreich erfolgte angesichts steigender Opferzahlen. Seit dem Ausbruch der Kämpfe vergangenen Sonntag sollen Dutzende Menschen umgekommen sein, Hunderte wurden verletzt. Am Donnerstag erklärte der aserbaidschanische Generalstaatsanwalt, durch armenischen Beschuss sei ein Zivilist in der Stadt Terter getötet, der Bahnhof schwer beschädigt worden. Armenien teilte mit, zwei französische Journalisten seien bei einem Artillerie-Angriff auf die Stadt Martuni schwer verletzt worden. Auf Video-Aufnahmen der türkischen Agentur Anadolu war zu sehen, wie Reporter in einem Ort in Bergkarabach hinter einer Mauer Schutz vor Beschuss suchen.

Armenien und Aserbaidschan streiten seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion über die Zugehörigkeit des Gebiets, das hauptsächlich von Armeniern bewohnt wird und sich 1991 von Aserbaidschan lossagte. Die Region im Südkaukasus mit etwa 150.000 Einwohnern wird aber von keinem Staat als unabhängig anerkannt. Armenien ist mit Russland verbündet und wird von Frankreich unterstützt. Zusammen mit den USA bilden Russland und Frankreich die Minsk-Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Die 1992 gegründete Gruppe soll den Bergkarabach-Konflikt beilegen helfen. Die Türkei ist mit Aserbaidschan verbündete und hat dem Land Hilfen zugesagt.

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