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Weltnachrichten

Armenien und Aserbaidschan werfen einander Angriffe auf Zivilisten vor

Aftermath of recent shelling during a military conflict over the breakaway region of Nagorno-Karabakh in Stepanakert October 4, 2020. David Ghahramanyan/NKR InfoCenter/PAN Photo/Handout via REUTERS

Eriwan/Baku (Reuters) - Im Kampf um die Kaukasus-Region Bergkarabach haben Armenien und Aserbaidschan einander Angriffe auf Zivilisten vorgeworfen.

Die von Armenien unterstützte Führung von Bergkarabach teilte am Montag mit, aserbaidschanische Streitkräfte hätten die Stadt Stepanakert beschossen. Aserbaidschan warf Armenien vor, Raketen auf mehrere Städte außerhalb Bergkarabachs gefeuert zu haben. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg rief die Konfliktparteien zur Waffenruhe auf.

Die überwiegend von christlichen Armeniern bewohnte Region gehört völkerrechtlich zum mehrheitlich islamischen Aserbaidschan, hat sich aber losgesagt. Da Armenien von Russland und Aserbaidschan von der Türkei unterstützt werden, droht der Konflikt im Südkaukasus zu eskalieren. Dort verlaufen wichtige Erdgas- und Öl-Pipelines, durch die Aserbaidschan den Weltmarkt beliefert.

In den am 27. September ausgebrochenen Gefechten sind bereits zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Die Führung von Bergkarabach teilte mit, 21 weitere Soldaten seien getötet worden, insgesamt seien es jetzt 223. Die Zahl der bislang ums Leben gekommenen Zivilisten gab die Führung mit 18 an. Aserbaidschan machte keine Angaben zu getöteten Soldaten, sprach aber von insgesamt 25 zivilen Todesopfern. Auf armenischem Gebiet starben zwei Zivilisten bei den Kämpfen.

“Der Feind feuert Raketen auf Stepanakert und Schuschi”, sagte ein Sprecher der Regierung Bergkarabachs. Die Antwort der Verteidigungskräfte werde nicht lange auf sich warten lassen. Es gebe schwere Gefechte, sagte eine Sprecherin des armenischen Verteidigungsministeriums. Die Führung in Baku warf Armenien vor, dicht besiedelte Gebiete und zivile Einrichtungen auf aserbaidschanischem Gebiet mit Raketen beschossen zu haben. Diese seien von armenischem Territorium aus abgefeuert worden, wie Aufzeichnungen des Radarsystems ergeben hätten, erklärte das aserbaidschanische Verteidigungsministerium. Dem widersprach die armenische Regierung in Jerewan.

Nato-Generalsekretär Stoltenberg sagte, es sei überaus wichtig, allen Beteiligten die Botschaft zu vermitteln, dass sie die Kämpfe sofort beenden müssten. Es müssten alle Anstrengungen unterstützt werden, die zu einer friedlichen Lösung führten. “Es gibt keine militärische Lösung.”

Bergkarabach mit seinen rund 150.000 Einwohnern hatte sich 1991 von Aserbaidschan losgesagt. International ist die Region nicht als unabhängige Republik anerkannt. In dem Konflikt in den 1990er Jahren wurden rund 30.000 Menschen getötet.

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