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Weltnachrichten

Aserbaidschans Präsident will militärische Lösung in Bergkarabach

Aftermath of recent shelling during a military conflict over the breakaway region of Nagorno-Karabakh, in Stepanakert October 8, 2020. Hayk Baghdasaryan/Photolure via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY.

Baku/Moskau (Reuters) - Im Konflikt um die Kaukasus-Region Bergkarabach lehnt Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew jedes Zugeständnis ab und setzt auf den Vormarsch seines Militärs.

Sein Land habe mit der Armee neue Fakten geschaffen, sagte Alijew am Freitag in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Es sei klargeworden, dass es eine militärische Lösung des Konflikts gebe. Zwar könnten Verhandlungen stattfinden, aber nur wenn Armenien nicht weiter Bergkarabach als ein Teil seines Gebiets beanspruche. Am selben Tag sollten in Moskau die Außenminister beider Staaten auf Einladung Russlands zu Gespräche zusammenkommen. Aus der Gebirgsregion selbst wurden weitere Kämpfe gemeldet.

Die überwiegend von christlichen Armeniern bewohnte Region Bergkarabach gehört völkerrechtlich zum mehrheitlich islamischen Aserbaidschan, hat sich jedoch losgesagt. Am 27. September waren wieder Kämpfe zwischen beiden Staaten ausgebrochen. Die Zahl der Toten wird inzwischen auf etwa 400 geschätzt. Da Armenien von Russland und Aserbaidschan von der Türkei unterstützt wird, droht der Konflikt im Südkaukasus zu eskalieren. Dort verlaufen wichtige Erdgas- und Öl-Pipelines, durch die Aserbaidschan den Weltmarkt beliefert.

Die Gespräche in Moskau folgen einem Vorstoß der USA, Russlands und Frankreichs, die Kämpfe zu beenden. Die drei Staaten führen die sogenannte Minsk-Gruppe an, zu der auch Deutschland gehört. Die Türkei hat ihre Bemühungen im Bergkarabach-Konflikt kritisiert. Ein Sprecher des türkischen Präsidenten sagte am Freitag, wenn die Gruppe nur einen Waffenstillstand wolle, würden sie so erfolglos bleiben wie in den vergangenen 30 Jahren des Konflikts. Verteidigungsminister Hulusi Akar erklärte, die “aserbaidschanischen Brüder” würden ihre Offensive nicht beenden, bis die Besatzung durch Armenien beendet sei und “die Terroristen und Söldner dort entfernt wurden”.

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