May 6, 2019 / 10:50 AM / 21 days ago

Eine Million Arten vor Ausrottung - Schulze für Agrar-Reform

German Environment Minister Svenja Schulze attends the weekly cabinet meeting in Berlin, Germany, April 10, 2019. REUTERS/Hannibal Hanschke

Paris/Berlin (Reuters) - Etwa eine Million Pflanzen- und Tier-Arten von geschätzt zehn Millionen stehen nach einer weltweiten Studie vor der Ausrottung.

Hauptgründe seien die intensive Landwirtschaft, das Wachstum der Städte sowie der Klimawandel, heißt es in dem Bericht des Weltbiodiversitätsrats (IPBES), den 132 Mitgliedsstaaten am Wochenende beschlossen hatten. Darunter sind auch die USA, Russland und China. Er stellt damit den weltweit akzeptierten Zustand der Natur dar, vergleichbar mit den Berichten des Weltklimarats IPCC. Bundesumweltministerin Svenja Schulze sprach von einer Aufforderung für die Weltgemeinschaft und Deutschland zum Handeln. “Es ist ein Weckruf”, sagte die SPD-Politikerin. Die Studie von Hunderten Wissenschaftlern aus 50 Ländern zeigt, dass das Artensterben derzeit bis zu 100 mal schneller voranschreitet als in früheren Epochen.

Mit dem Bericht befasst sich am Montag auch ein Treffen der Umweltminister der sieben weltgrößten Industriestaaten im französischen Metz. Die biologische Vielfalt mit ihrem Genpool ist für die Medizin, sauberes Wasser und die Nahrungsketten und damit für das Überleben der Menschheit entscheidend. Die eine Million bedrohten Arten könnten schon in den nächsten Jahrzehnten verschwinden. Etwa die Hälfte davon könnten Insekten sein. “Es kann keiner mehr sagen, er hätte nichts gewusst”, erklärte Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, der an dem Bericht beteiligt war.

KLIMAWANDEL BEDROHT 16 PROZENT ALLER ARTEN

Neben der intensiven Land- und Meeresnutzung, dem Wachstum der Städte ist auch der Klimawandel einer der Gründe für das Artensterben. Bei einem auf zwei Grad begrenzten Temperaturanstieg würden fünf Prozent der noch bestehenden Tier- und Pflanzenarten aussterben, bei einem Anstieg um mehr als vier Grad sogar 16 Prozent.

Umweltministerin Schulze sagte, man stehe vor ähnlich großen Herausforderungen wie beim Klimawandel. Der Bericht zeige aber auch Gegenmaßnahmen. So seien zum Beispiel Schutzgebiete wirksam. Sie werde sich daher auch in Deutschland für eine Ausweitung und Vernetzung einsetzen. Zudem müssten schädliche Subventionen in der Landwirtschaft gestrichen und das Fördersystem in der EU zugunsten des Artenschutzes reformiert werden.

Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) nannte den Bericht einen Meilenstein und zutiefst beunruhigend. “Der Bericht ist ein klares Signal an die Menschheit, umzudenken und die Artenvielfalt zu schützen.” Er zeige zudem immensem Handlungsbedarf auch für die Wissenschaft, um die großen Wissenslücken dort zu schließen.

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