April 6, 2014 / 11:14 AM / 6 years ago

Aufsichtsrat stützt Deutsche-Bank-Spitze - Bedauert Kirch-Witwe

The Deutsche Bank logo is seen outside a building in Luxembourg,

Frankfurt (Reuters) - Rückendeckung für die skandalgebeutelte Doppelspitze der Deutschen Bank: Aufsichtsrats-Chef Paul Achleitner hat Jürgen Fitschen und Anshu Jain das Vertrauen ausgesprochen.

Dem “Spiegel” sagte Achleitner, “der Aufsichtsrat steht voll hinter dem Vorstand. Anshu Jain und Jürgen Fitschen leisten sehr gute Arbeit und haben seit ihrer Berufung zu Co-Vorstandsvorsitzenden mit zahlreichen unternehmerischen Entscheidungen die Bank in die richtige Richtung gebracht.” Das Kontrollgremium habe aber “natürlich wie jeder gute Aufsichtsrat einen Nachfolgeplan, schließlich kann ja jedem Individuum auch etwas zustoßen.”

Hintergrund des Treueschwurs: Die Münchener Staatsanwälte haben vor zwei Wochen ihre Ermittlungen gegen Spitzenmanager der Bank wegen versuchten Prozessbetrugs ausgeweitet. Die Ermittler gehen der Frage nach, ob Fitschen und ehemalige Vorstände als Zeugen im Prozess um die Schuld am Zusammenbruch der Kirch-Gruppe gelogen haben, um Schadenersatzansprüche gegen die Bank in Milliardenhöhe abzublocken. Ins Visier der Strafverfolger geriet auch Vorstandsmitglied Stephan Leithner, der für Rechtsfragen zuständig ist. Achleitner stellte sich im “Spiegel” vor Fitschen und Leithner. “Wir stehen loyal zu unseren Mitarbeitern. Es gilt in diesem Lande immer noch die Unschuldsvermutung.” Alle Beschuldigten haben die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen.

Neben dem Kirch-Prozess ist die Deutsche Bank in etliche Rechtsstreitigkeiten verwickelt, die auf der Bilanz lasten. Jain war vor seiner Berufung zum Vorstandschef Leiter der Investmentbank, die für viele Skandale verantwortlich gemacht wird.

ACHLEITNER - KIRCH-WITWE TUT MIR LEID

Nachdem sich die Bank mit den Kirch-Erben geeinigt hat, fand Achleitner versöhnliche Worte in Richtung der Familie des Medienunternehmers. “An dieser Stelle ist es mir ein Bedürfnis zu sagen, dass es mir, unabhängig von der Schuldfrage, persönlich sehr leid tut, was Frau Kirch aufgrund dieses Verfahrens durchgemacht hat”, sagte Achleitner dem “Spiegel”. Das sähen viele in der Bank so.

Das teuerste Interview der deutschen Wirtschaftsgeschichte kostet die Bank 925 Millionen Euro - mit der Zahlung dieser Summe hat sie nach zwölf Jahren den Schlussstrich unter den Streit mit den Erben von Leo Kirch gezogen. Seit 2002 hatte sich die Bank gegen Anschuldigungen von Kirch - er starb vor drei Jahren - und seinen Erben verteidigt. Der damalige Vorstandschef Rolf Breuer hatte in einem Interview Zweifel an der Kreditwürdigkeit des wankenden Kirch-Konzerns geschürt - und damit nach Lesart der Kläger die folgende Pleite unausweichlich gemacht. Achleitner sagte dem “Spiegel”, der Aufsichtsrat beschäftige sich sehr gewissenhaft mit der Frage, Breuer in Regress zu nehmen.

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