September 18, 2018 / 10:40 AM / a month ago

Kommission - Allianz unterdrückte in Australien Bericht zu Firmenkultur

Sydney (Reuters) - Die Allianz hat erneut Ärger in Australien.

Flags with the logo of Allianz SE, Europe's biggest insurer, are pictured before the company's annual shareholders' meeting in Munich, Germany May 3, 2017. REUTERS/Michaela Rehle

Die dortige Tochter des Münchner Versicherers hat nach Erkenntnissen einer Untersuchungskommission eine unabhängige Studie zu ihrer Unternehmenskultur zurückziehen lassen, weil ihr die Ergebnisse nicht gefielen. In einem Entwurf des Berichts, mit dem die Allianz die Unternehmensberatung Deloitte auf Geheiß der Regulierungsbehörde beauftragt hatte, seien die Firmenkultur und die Vorkehrungen zur Einhaltung von Regeln und Vorschriften (Compliance) kritisiert worden, fanden die Ermittler der Royal Commission heraus. Die oberste Risikomanagerin von Allianz Australia, Lori Callahan, sagte vor der Kommission, sie habe Deloitte gebeten, den Bericht zurückzuziehen, “weil er meine Fragen nicht beantwortet hat”.

In dem Untersuchungsausschuss, der sich bereits seit einem Jahr hinzieht, geht es um die Praktiken der Versicherungsbranche angesichts einer Reihe von Skandalen bei Finanzdienstleistern in Australien. Die Allianz ist eines der ersten ausländischen Unternehmen, das an die Reihe kam.

In der Anhörung am Dienstag wurde ein Anruf Callahans bei Deloitte zitiert. Sie habe moniert, dass die Erkenntnisse aus dem Bericht dem widersprechen könnten, was die Allianz bis dahin den Regulierern mitgeteilt habe. Der Bericht sei auf Wunsch der Allianz dann breiter angelegt worden, um weitere Compliance-Themen einzubeziehen. Eine Deloitte-Sprecherin bestätigte, dass der Entwurf zurückgezogen worden sei, man arbeite aber weiter für das Unternehmen. Deloitte habe den Bericht in keinem Punkt verändert.

Die Ermittler erklärten vor dem Ausschuss, die Allianz habe auch in einem zweiten Fall versucht, die Schlussfolgerungen in einem Risikobericht von Ernst & Young zu verändern - allerdings erfolglos. Die Allianz war für eine Stellungnahme dazu zunächst nicht zu erreichen.

Erst am Montag hatte die Kommission der Allianz vorgeworfen, Kunden bei Reiseversicherungen in die Irre geführt zu haben. Der Versicherer habe Kunden im Internet eine weltweit unbegrenzte medizinische Versorgung versprochen, obwohl die Policen Grenzen sowohl bei der Höhe der Zahlungen als auch bei der regionalen Gültigkeit enthielten.

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