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Unternehmensnachrichten

Zerstörung von Kulturstätte kostet Rio Tinto-Chef den Job

FILE PHOTO: The Rio Tinto mining company's logo is photographed at their annual general meeting in Sydney, Australia, May 4, 2017. REUTERS/Jason Reed

Melbourne (Reuters) - Der Chef des Bergbaukonzerns Rio Tinto muss nach der Sprengung heiliger Stätten australischer Ureinwohner den Hut nehmen.

Der seit 2016 amtierende Vorstandschef Jean-Sébastien Jacques werde spätestens Ende März 2021 gehen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Zwei weitere Top-Manager müssen ebenfalls abtreten, nachdem auch unter Investoren ein Sturm der Entrüstung ausgebrochen war. Der Schutz von Menschenrechten, der Umwelt, des Klimas oder des Kulturellen Erbes spielt für Investoren eine immer wichtigere Rolle - und sie üben Druck aus.

Der Konzern hatte im Bundesstaat Western Australia zwei von den Ureinwohnern als heilig verehrte Stätte zerstört, um Erzvorkommen besser ausbeuten zu können. Dort waren Hinweise auf 46.000 Jahre kontinuierliche Besiedlung gefunden worden. Aktivisten bezeichneten den Abgang der Manager als Weckruf für die gesamte Bergbauindistrie. Der größte australische Pensionsfonds AustralianSuper sprach nach der Rücktrittsankündigung von einer angemessenen Reaktion. Die Zerstörungen seien aber nicht wieder gutzumachen.

INVESTOREN MACHEN DRUCK - RWE UND BP AUF ÖKOKURS

Auch hierzulande kommen Konzerne immer stärker unter Druck. Siemens-Chef Joe Kaeser hatte unter anderem den Zorn von Greenpeace auf sich gezogen, nachdem das Unternehmen einen Auftrag angenommen hatte, Signaltechnik für eine Bahnstrecke zu liefern, mit der Kohle aus einer neuen, riesigen Mine in Australien zum Hafen befördert werden soll. Der indische Adani-Konzern will mit dem fossilen Brennstoff Kraftwerke befeuern. “Wir haben die Tragweite nicht richtig eingeschätzt”, hatte Kaeser eingeräumt.

In Deutschland ist vor allem der Energiekonzern RWE in den vergangene Jahren wegen seiner Kohlekraftwerke zur Zielscheibe von Aktivisten und nachhaltigen Investoren geworden. Inzwischen wandeln sich die Essener zu einem der größten Ökostromerzeuger Europas. Auch die Ölindustrie reagiert. Der Ölmulti BP will mit Milliardeninvestitionen sein Ökostromgeschäft ausbauen.

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